Wir sind gar nicht so viele

08.05.2011   Ort: Bamberg  Von: Sebastian Martin  Fränkischer Tag

Kinder-Uni Die Volkszählung ist gerade ein großes Thema. Am Samstag konnten Kinder bei der Kinder-Uni in Bamberg erfahren, wie die Befragung funktioniert.


Susanne Rässler erklärt Kindern im Rahmen der Kinder-Uni die Volkszählung. Fotos: Ronald Rinklef
Hast Du Geschwister? Welche Schulart besuchst Du? Treibst Du Sport? Solche Fragen haben die Kinder am Ende der Vorlesung gestellt bekommen, die sie im Rahmen der Kinder-Uni der Universität Bamberg besucht haben. Die kleinen Studenten bekamen so einen Einblick, wie der Zensus funktioniert. Denn das war das Thema der Vorlesung. Die 80 Kinder hatten viele Fragen, wie man ein Volk zählt. Im Hörsaal des Marcushauses konnten sie am Samstag wie große Studenten von einer richtigen Professorin für Statistik, Susanne Rässler, alles darüber erfahren.
"Wisst Ihr denn, was der Zensus ist?", wollte die Professorin am Anfang wissen. Und Philipp hat gleich geantwortet: "Das ist eine Volkszählung, bei der jeder Zehnte befragt wird." Das hat Philipp richtig gesagt. Die Wissenschaftler wollen also feststellen, wie viele Menschen in Deutschland leben. Das müssen sie machen, da die Europäische Union das vorschreibt. "Wir fragen also die Menschen, wo sie wohnen und arbeiten", erklärte Frau Rässler den Kindern.
Die letzte Zählung war 1987. Und das ist schon sehr lange her. "Damals wurde mein Papa gefragt", meldete sich Celine. Diesmal kann es sein, dass Celines Papa nicht mehr befragt wird. Denn nur zehn Prozent der Menschen werden zufällig ausgewählt, weil das sonst zu teuer wäre, wenn man alle befragen würde. Die Volkszählung kostet ohnehin 710 Millionen Euro. Das ist ganz schön viel.
Die zufällig Ausgewählten bekommen einen Brief, worin sie informiert werden, dass sie den Fragebogen beantworten müssen. Dann kommen entweder Interviewer nach Hause oder man kann den Fragebogen auch alleine Ausfüllen.

Viele "Karteileichen"


Und es kann dann herauskommen, dass in Deutschland gar nicht 82 Millionen Menschen leben, sondern weniger: "Wir schätzen, dass 1,3 Millionen Menschen zu viel gemeldet sind", erklärte die Professorin den Kindern. Das kommt von den "Karteileichen". In den Registern der Meldeämter nämlich, wo sich jemand beim Umzug in eine andere Stadt melden muss, finden sich viele Namen von Menschen, die gar nicht mehr da sind. Nach der Befragung von zehn Prozent der Bevölkerung können die Wissenschaftler wie Frau Rässler feststellen, wie genau die Melderegister sind. "Und da die letzte Zählung vor 24 Jahren war, sind das wohl sehr viele", sagte Frau Rässler.
Die Kinder fragten sich, warum man so eine Zählung jetzt erst wieder macht. "Das hatte politische Gründe, weil in den 1980er Jahren sich so viele Menschen Gedanken machten um ihre Daten." Denn, wie die kleinen Studenten erfahren konnten, muss jeder teilnehmen, der bei der Volkszählung befragt wird. Und da will man schon sicher sein, dass mit den Daten nichts Falsches passiert.
"Und was werden da alles für Fragen gestellt?", wollte Jan wissen. Der Neunjährige erfuhr, dass die demografischen Daten, wie die Statistiker sagen, abgefragt werden. Also: Alter, Geschlecht, Familienstand, Geburtsland und Arbeitsort. "Und dann gibt es noch Fragen zur Wohnsituation der Menschen, die bekommen aber nur Eigentümer", erklärte Frau Rässler.
Felix wollte wissen: "Muss man Strafe bezahlen, wenn raus kommt, dass man sich nicht umgemeldet hat?" Die Professorin konnte Felix beruhigen: "Es gibt eine Geheimhaltung. Die ist ganz wichtig." Das heißt, die Stadt bekommt zwar Bescheid, dass eine Person nicht im Register gemeldet ist, bekommt aber keinen Namen. "Die Daten werden nicht an die Stadt gegeben." Beispielsweise kommt Celine aus Peulendorf und Philipp aus Scheßlitz. Wenn die Daten aber weitergeleitet werden an die Stadt, dann wissen die dort nicht mehr den Namen, nur dass eine Person von den Befragten in Peulendorf wohnt und eine in Scheßlitz. "Was bringt das eigentlich, wenn alles gleich wieder gelöscht wird?", wollte Philipp wissen. "Es wird nicht alles gelöscht, nur die Adressen", erklärte Frau Rässler.
Wie es ist, befragt zu werden, konnten die Kinder dann am Ende ausprobieren. Sie durften einen anonymen Fragebogen ausfüllen, auf dem Fragen angegeben sind zur Schule, zum Geschlecht oder zur Anzahl der Geschwister. Der Fragebogen wird vom Statistik-Lehrstuhl der Universität ausgewertet. Das Ergebnis könnt Ihr Euch dann auf www.kinder.infranken.de anschauen.
Den Link zur Umfrage findet ihr HIER.



Drucken Artikel Versenden Abo bestellen
 

Weitere Artikel zum Thema suchen



Alternative Suche im Zeitungsarchiv
Hinweis: für Epaper-Abonnenten kostenlos


Kommentare

Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Kommentieren


Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)

Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:  *
gewünschtes Passwort:  *
Wiederholung Passwort:  *
E-Mail:  *
Kundennummer:
Anrede:
Frau Herr  
Vorname:
Nachname:
Zusatz (z.B. Firma):
Straße/Hausnr.:
PLZ/Ort:  *
Ich bin mit den AGB einverstanden.:  *


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Wieviel ist 10 / 2: