Vergleichen ist der beste Tipp

06.08.2010     inFranken.de

Spielzeug Silvia (16) aus Schammelsdorf will ihre alten Spielsachen dem kleinen Bruder schenken. Deshalb möchte sie wissen: Woran erkennt man für welches Alter Spielzeug geeignet ist?


Kleine Kinder sind noch nicht so geschickt mit kleineren Spielsachen. Foto: Daniel Karmann/dpa-Archiv
Bagger und Puppen, Kuscheltiere und Lokomotiven - in euren Kinderzimmern sammeln sich ziemlich viele Spielsachen an. Und jedes Jahr kommen einige dazu. Doch mit vielen Geschenken, die ihr von Mama und Papa, Oma und Opa oder Tante und Onkel bekommen habt, spielt ihr gar nicht mehr: Die Raupe zum Hinterherziehen liegt unter dem Bett, das Schaukelpferd steht seit einem Jahr unbenutzt im Eck und der Panda-Bär, auf den ihr als kleines Kind so scharf wart, liegt verloren im Bett.

Ganz schön seltsam, womit ihr so früher gespielt habt, oder? Eine Tonne voller Holzklötzchen? Da braucht es schon viel Fantasie, um das Interesse eines Jugendlichen zu wecken. Man sagt dann: "Da bin ich rausgewachsen." Das trifft es auch, denn bei Kindern passiert sehr viel in kurzer Zeit - nicht nur beim Wachsen.

Kleine Kinder sind noch nicht so geschickt

Euren jüngeren Geschwistern macht ihr mit euren alten Holzklötzchen nur dann eine Freude, wenn die wissen, was sie damit anfangen sollen. Ganz kleine Kinder haben noch keine Bauerfahrung. Das bedeutet, dass sie noch nicht wissen, was sie mit den vielen bunten Teilen anfangen sollen. Außerdem ist es nicht so einfach, Klötzchen aufeinander zu stapeln, ganz kleine Kinder können das noch nicht, weil sie noch nicht so geschickt sind. Der Fachbegriff dafür heißt Motorik. "Je kleinteiliger ein Spielzeug ist, desto ungeeigneter ist es für Kleinkinder", sagt Ingetraud Palm-Walter von "Spiel gut". Das ist eine Gruppe von Fachleuten. Sie lassen Spielzeug unabhängig von Herstellern und Geschäften von Kindern testen. Denn so können die Fachleute super beobachten, welche Spielsachen für welches Alter geeignet sind. "Spiel gut" hat dabei auch festgestellt, dass man das bei vielen Spielsachen nicht erkennen kann.

Denn es fehlt ein Hinweis, zum Beispiel ein Aufkleber, damit Käufer wissen, für welches Alter ein Spielzeug geeignet ist und "die Anforderung des Spielzeugs und das Können der Kinder zusammenpassen", erklärt Palm-Walter. Wie findet aber ihr heraus, ob ein Kind mit einem Spielzeug zurecht kommt? Bei Spielzeug ohne Altersangaben rät Palm-Walter: "Eltern sollten ihre Kinder gut beobachten und so herausfinden, wie weit ihr Entwicklungsstand ist."

Wenn ihr eure Holzklötzchen an jüngere Geschwister verschenken wollt, solltet ihr herausfinden, ob sich der kleine Bruder für das Spielzeug interessiert. Versucht er beispielsweise damit zu bauen oder lässt er die bunten Teile einfach liegen? Das ist noch ziemlich leicht festzustellen.

Schwieriger ist das schon bei Gesellschaftsspielen. "Ab drei Jahren hat ein Kind ein Regelverständnis", sagt Frau Palm-Walter. Sind Kinder jünger, können sie sich noch nicht in die Spiele hineinversetzen, bei denen es sich um Gewinnen und Verlieren dreht. Das zu beobachten ist schwierig. Palm-Walter rät, sich Spielzeug genau anzuschauen und sich dann zu überlegen, ob das Kind schon mit dem Bagger, der Puppe oder der Lokomotive spielen kann. sem/pb



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