Zum Sehen brauchen wir Licht

22.12.2009   Von: Petra Breunig  inFranken.de

Kinderfrage Der neunjährige Simon aus Strullendorf bei Bamberg möchte wissen, wie das Sehen mit den Augen funktioniert. Hier kommt unsere Erklärung.


Täuschend echt sehen diese Glasaugen aus. Hergestellt wurden sie von einem Okularisten. Die Kunst besteht darin, die komplizierte Struktur d
Sehen ist für uns Menschen sehr wichtig. Denn unsere Umgebung nehmen wir meistens über die Augen wahr, die sind unsere Fenster zur Welt. Damit die Augen aber überhaupt etwas aufnehmen und an das Gehirn weitergeben können, brauchen wir Licht. Dieses Licht wird von Gegenständen in unserer Umgebung reflektiert. Die Strahlen treffen auf die Augen, die in der Augenhöhle liegen und von Muskeln gehalten und bewegt werden können. Zunächst trifft das Licht auf seinem Weg durchs Auge auf die Hornhaut, dahinter liegt die farbige Iris. Sie regelt den Lichteinfall auf die Sehzellen in der Netzhaut. Bei starkem Licht zieht sich die Iris zusammen und lässt nur wenig Licht durch die Pupille auf die Netzhaut. Ist das Licht schwach, ist die Pupille weit geöffnet und lässt so möglichst viel Licht durch. Das funktioniert ungefähr so wie das Objektiv einer Kamera. Zäpfchen und Stäbchen Das Licht fällt also durch die Pupille auf die Linse, wo die Strahlen gebrochen werden. Auf der Netzhaut entsteht ein seitenverkehrtes Bild, das außerdem noch auf dem Kopf steht. Die Hornhaut bricht die Lichtstrahlen so, dass sie sich bündeln und auf der Netzhaut ein Bild ergeben. In der Netzhaut befinden sich Sinneszellen, die durch das Licht gereizt werden: Zäpfchen, die wir fürs Farbensehen brauchen und Stäbchen, mit denen wir Grautöne und Kontraste erkennen können. In der Netzhaut werden Informationen schnell verarbeitet und nur die starken, deutlichen Impulse, die von den Zäpfchen und Stäbchen geliefert werden, an den Sehnerv weitergegeben. Und dieser wiederum leitet diese Informationen weiter an das Gehirn. Dabei passiert noch etwas merkwürdiges: Die Bilder aus der rechten Hälfte der Netzhaut fließen in die rechte, die aus der linken Hälfte in die linke Gehirnhälfte. Tatsächlich ist es aber so, dass die rechte Gehirnhälfte das linke Blickfeld sieht und die linke Gehirnhälfte das rechte Blickfeld. Das liegt daran, dass die Linsen im Auge die Bilder umkehren. Im Gehirn gibt es ein spezielles Sehzentrum. Hier sammeln Nervenzellen Informationen und vergleichen sie miteinander. Aus den einzelnen Lichtpunkten setzt das Gehirn Kanten, Flächen oder Ecken zusammen und dreht die gelieferten Eindrücke richtig herum. Gehirn vergleicht Bilder Außerdem werden die so entstehenden Bilder mit denen verglichen, die im Gehirn schon gespeichert sind und auf diese Weise eindeutig bestimmt. Das Gehirn untersucht auch die Bilder, die es aus dem rechten und dem linken Auge erhält, baut sich so ein räumliches Bild zusammen und kann die Entfernung einschätzen. Damit wir immer gut sehen können, stehen unsere Augen niemals still. Muskeln an den Augen sorgen dafür, dass der Augapfel nach unten und innen, aber auch nach oben und außen bewegt werden kann. Schnelle, unbewusste Augenbewegungen sorgen dafür, dass die Netzhaut immer gut belichtet wird. Durch das Blinzeln verteilt das obere Augenlid Tränenflüssigkeit gleichmäßig und entfernt Schmutz.


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