Landung in einer anderen Zeit
15.04.2010
Von: Andreas Schmitt ![]()
Zeitzonen Dominik Lorenz (18) aus Bad Staffelstein will wissen, warum nicht überall auf der Welt die gleiche Uhrzeit wie in Deutschland gilt. Hier kommt unsere Antwort.
Hell und Dunkel gleichzeitig
Stellt euch dazu die Erdkugel als Ball in einem dunklen Raum und die Sonne als Taschenlampe vor. Der Ball dreht sich um sich selbst. Mit der Taschenlampe leuchten wir ihn von oben an. Während es nun auf der oberen Seite des Balles hell ist, bleibt die untere im Dunkeln. Durch die Drehung des Balles wechseln sich die Hell- und Dunkelphasen regelmäßig ab. Genauso ist es auch auf der Erde.Während die Sonne um 12 Uhr mittags über Deutschland am hellsten scheint, ist es auf der anderen Seite des Planeten, in Australien, zur gleichen Zeit bereits dunkel.
In 24 Stunden um sich selbst
"Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um sich selbst, weshalb die Sonne innerhalb eines Tages im Osten auf- und im Westen wieder untergeht. Daher ist es an unterschiedlichen Orten der Erde gleichzeitig Morgen, Mittag, Abend oder Nacht",, sagt Professor Achim Bräuning vom Institut für Geographie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Wenn es aber auf der Welt keine verschiedenen Zeiten gäbe, würde die australische Uhr trotz Dunkelheit wie die deutsche Uhr 12 Uhr mittags anzeigen. Deshalb ist unser Planet in 24 unterschiedliche Zeitzonen eingeteilt. Sie sorgen dafür, dass es überall auf der Welt auch wirklich hell ist, wenn die Uhr eine Tageszeit angibt. Ausgangspunkt für diese Zeitbestimmung ist der "Nullmeridian", eine gedachte Linie, die durch Greenwich, einen Stadtteil der englischen Hauptstadt London, verläuft und die Weltzeit angibt. Alle anderen 23 Zeitzonen werden mit "+" oder "−" im Vergleich mit der Zeit in Greenwich angegeben. Experte Bräuning: "Pro Zeitzone, die man nach Osten oder Westen fliegt, beträgt der Unterschied eine Stunde."
Mühsames Umstellen der Uhren
Doch die Erde war nicht immer so eingeteilt. Noch vor 200 Jahren hatte fast jeder Ort seine eigene Zeit. Mit dem Ausbreiten der Eisenbahnlinien wurde das jedoch zunehmend zum Problem. Es war mühsam für die Fahrgäste, in jeder Stadt ihre Uhren umzustellen. In vielen Ländern galt deshalb ab Mitte des 19. Jahrhunderts überall die Zeit ihrer Hauptstadt.Ein weltweites Zeitzonensystem wurde 1884 auf der "Internationalen Meridiankonferenz" in Washington, der Hauptstadt der USA, ausgearbeitet. In Deutschland gilt seit 1893 die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Wir zählen zur Richtzeit von Greenwich eine Stunde hinzu. Sehr große Länder haben sogar mehrere Zeitzonen: Russland neun, die USA sechs, Kanada fünf und Australien drei.
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