Mehr so ein Gefühl

27.05.2010   Von: Sebastian Martin  inFranken.de

Wasser Sarah (10) aus Bamberg will von uns wissen, warum Wasser nass ist. Bisher gibt es darauf keine genaue Antwort. Wissenschaftler vermuten aber, dass das mit der chemischen Zusammensetzung des Wassers zu tun hat.


Wasser besteht aus ganz kleinen Teilchen, viel kleiner noch als diese Tropfen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Archiv
"Wasser besitzt drei Aggregatzustände", sagt Christoph Jeromin von den Stadtwerken Bamberg. Er ist zuständig für die Trinkwasserversorgung in Bamberg und Umgebung und kann helfen, die Struktur von Wasser zu erklären.

Ein Aggregatzustand ist die Form, in der sich ein Stoff befinden kann. Das hat mit den Molekülen zu tun. Moleküle müsst ihr euch wie ganz viele kleine Bälle vorstellen. Die Temperatur bestimmt, ob die Bällchen sich gar nicht, langsam oder schneller bewegen. Wasser kann fest, flüssig oder gasförmig sein.

Wenn das Wasser gefriert, dann haben diese kleinen Bälle ihren festen Platz. Dann verbinden sie sich zu einem Gitter und es bilden sich Eiskristalle.

Fängt das Eis an zu schmelzen, dann lösen sich die Bälle von ihrem Platz und fangen an, sich durcheinander zu bewegen. Dann wird das Wasser flüssig. Man kann es in kleine Flaschen oder in große Schwimmbecken füllen. Egal: Flüssiges Wasser passt in jede Form.

Wird das Wasser heißer, dann bewegen sich die Bälle immer schneller, bis sie sich gegenseitig überspringen. Dann verdampft das Wasser und wird gasförmig. Wenn eure Mutter mal wieder Kartoffeln kocht, dann könnt ihr sehen, wie der Wasserdampf aus dem Topf nach oben steigt.

Je nachdem wie hoch die Temperatur ist, wie schnell sich die Bälle bewegen, kann sich das Wasser also in den unterschiedlichen Zuständen befinden.


Wir fühlen die Nässe


Da unser Körper eine Temperatur von etwa 37 Grad hat, können wir nicht erfahren, wie sich gefrorenes Wasser anfühlt. Denn sobald wir Eis in die Hand nehmen, schmilzt es. Da wir Wasser also über unsere Haut wahrnehmen, spüren wir die Flüssigkeit und das ist ein Gefühl, das uns als nass bekannt ist.

Das Gefühl von Nässe hat sich in unserem Gedächtnis von Anfang an eingebrannt. Wasser kann sich angenehm anfühlen, aber auch unangenehm.

Wenn ihr durchnässt vom Regen seid, dann fühlt sich das kalt auf der Haut an. Dann sagt eure Mutter "schnell umziehen!", damit ihr euch nicht erkältet. Denn wenn ihr aus den Klamotten raus seid, dann kann sich euer Körper auch wieder schneller auf seine gewohnte Temperatur bringen.

Unsere Haut wird, anders als die Kleider, nicht vom Wasser durchdrungen, sondern nur befeuchtet. Darum kann man sie mit einem Handtuch trockenreiben. Benzin ist auch eine Flüssigkeit, nur benetzt sie die Haut vollständig und es fühlt sich unangenehm an. Das Benzin trocknet die Haut sehr stark aus.

Die Moleküle, also die kleinen Bälle, bestimmen somit, wie sich eine Flüssigkeit anfühlt. Und da Wasser nur auf der Oberfläche der Haut bleibt und wir das schon immer so kennen, haben wir das Gefühl, dass es nass ist.



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