Lesen, fragen, schreiben

15.06.2010   Von: Petra Breunig  inFranken.de

Eure Fragen Katrin (11) aus Bischberg bei Bamberg möchte wissen, was wir machen, wenn eure Fragen bei uns ankommen. Hier kommt unsere Antwort.


Manchmal schauen Redakteure auch in Büchern nach. Hier blättert sich Redakteurin Petra Breunig durch alte Lexikonbände. Foto Matthias Hoch
Wir Redakteure haben einen spannenden Beruf. Wir lernen immer wieder neue Menschen kennen und dürfen sehr neugierig sein. Genau das brauchen wir auch, wenn wir Eure Fragen beantworten wollen. Denn wir sind immer gespannt, was Ihr wissen wollt. Wenn das E-Mailpostfach kinder@infranken.de anzeigt, dass darin ungeöffnete Post liegt, schauen wir immer sofort nach. Okay - meistens mache das ich.

Weil wir an einem großen Tisch sitzen, lese ich die Kinderfrage den anderen Kollegen vor. Und damit beginnt schon unsere Arbeit. Denn meist hat einer von ihnen eine Idee, wie wir die Frage beantworten könnten. Oder er kennt jemanden, der sich sehr gut damit auskennt. Oder er weiß einen Kollegen in einer anderen Redaktion, der schon mal was über das Thema geschrieben hat. Manchmal aber sitzen wir erst mal etwas ratlos vor Euren Fragen, die ja aus ganz unterschiedlichen Wissensbereichen stammen können. "Warum ist Wasser nass?" war ziemlich schwierig zu beantworten, genauso wie "Warum kommt kein Mensch bis zum Horizont?" Schwierig deshalb, weil wir erst einmal überlegt haben, welcher Experte uns diese Fragen so erklären könnte, dass ihr sie versteht.

Und selbst wenn wir wissen, wen wir fragen können, kann es manchmal etwas dauern, bis der Kollege, der sich um die Frage kümmert, einen Experten erreicht. Manchmal hat der, den wir fragen wollen, gerade keine Zeit oder ist erst ein paar Wochen später wieder zu erreichen. Zum Glück haben wir Redakteure auch gelernt, hartnäckig zu sein. Deshalb schaffen wir es auch meistens den zu fragen, den wir fragen wollen. Manchmal kann das aber auch etwas dauern.

Wenn wir das Gespräch endlich geführt haben - manchmal fragen wir auch mehr Experten, damit wir mehr erfahren - haben wir ziemlich viel mitgeschrieben. Viele Kollegen schnaufen dann erst einmal durch, trinken vielleicht eine Tasse Kaffee und überlegen, wie sie alle Informationen, die sie bekommen haben, in einen Artikel schreiben.

Ja und dann heißt es: Ran an die Tastatur und schreiben! Manche Kollegen vertiefen sich so in ihre Arbeit, dass sie nicht mitbekommen, was um sie herum passiert. Manche verwenden Ohrstöpsel, damit sie sich besser konzentrieren können. Das ist ganz unterschiedlich.

Sicher ist aber, dass nach und nach ein Artikel wie dieser hier herauskommt. Und weil wir auch noch ein Foto brauchen, das zum Thema passt, überlegen wir auch, wie das Foto aussehen könnte. Zum Glück haben wir Fotografen, die uns dabei helfen - und uns schon mal vor die Kamera stellen. Das mögen Redakteure aber nicht so gern.

Wenn der Kollege den Artikel fertig geschrieben hat, fragt er meist: "Kannst du mal drüber lesen?" Und schon bekommt ein anderer Kollege die Kinderfrage - und natürlich die Antwort - auf den Tisch gelegt. Dieses Gegenlesen ist die erste Bewährungsprobe für den Artikel, denn dann stellt sich heraus, ob der Leser - in diesem Fall Ihr - die Erklärung auch wirklich versteht. Denn unter Kollegen wird schon mal sehr kritisch nachgefragt, ein Satz geändert und diskutiert, bis alles verständlich ist.

Die letzte Entscheidung hat aber abends die Blattabnahme. Das ist im Tagesablauf ein ganz wichtiger Termin, zu dem der Chefredakteur und alle anderen Redakteure zusammenkommen. Nach und nach werden alle Seiten angeschaut und gemeinsam überlegt, ob Überschriften nicht doch besser formuliert werden können und ob es nicht noch ein besseres Foto gibt. Sind alle zufrieden, werden die Seiten gedruckt - und ihr könnt diesen Artikel lesen.



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