Anspruchsvoll und ziemlich schlau

05.02.2010   Von: Petra Breunig  inFranken.de

Kritiker Die 13-jährige Jonna aus Bamberg möchte wissen, was ein Kritiker macht, wer ihn braucht und wer ihn für seine Arbeit bezahlt.


Marcel Reich-Ranicki ist ein ganz bekannter Literaturkritiker. Foto: Barbara Herbst/Archiv
Wenn Du das Wort „Kritik“ hörst, dann gefällt Dir das vielleicht erst mal nicht. Denn erstmal glaubst Du, dass jemand nicht mit dem einverstanden ist, was Du machst oder sagst. Denn das Wort „Kritik“ bedeutet, dass man etwas anspricht, was nicht so gut gelaufen ist. Deine Lehrerin oder Dein Lehrer kritisieren Dich, weil Du in Deinem Aufsatz zu viele Fehler geschrieben hast oder weil Du öfter zu spät gekommen bist. Dabei ist eine Kritik nichts Schlechtes. Denn wenn man merkt, dass etwas nicht richtig läuft und sich darüber unterhält, kann man gemeinsam einen Weg finden, es besser zu machen. So ähnlich macht es auch ein Kritiker. Das ist meist ein Journalist, der sich zum Beispiel für Bücher, Filme oder Musik interessiert und sich in diesem Bereich sehr gut auskennt. Das kann deswegen sein, weil er Literatur- oder Musikwissenschaft studiert hat. Er liest zum Beispiel ein Buch und schreibt dann auf, wie es ihm gefallen hat. Das ist ja nicht neutral, wirst Du vielleicht denken. Und genau das soll es auch sein. Denn die Leser wollen wissen, was der Kritiker über das Buch denkt. Sie können dann leichter sagen, ob ihnen das Buch auch gefallen würde. Bei uns schreibt Rudolf Görtler viele Buchkritiken. „Wenn man sehr viel gelesen hat, entwickelt man ein Gefühl dafür, ob ein Buch etwas taugt“, sagt er. Deshalb weicht die Kritikermeinung so oft von der des breiten Publikums ab. Man kann sagen, dass der Kritiker anspruchsvoll ist, weil er soviel kennt. Er beurteilt einen Autor danach, ob er ein originelles Thema gefunden hat und ob er mit der Sprache umgehen kann. Aber natürlich spielen die Vorlieben und Abneigungen des Kritikers immer eine Rolle, wenn er ein Urteil fällt. Und ach ja: bezahlt werden die Kritiker von der Zeitung, bei der sie angestellt sind. Wenn sie als freie Journalisten arbeiten, dann bieten sie ihre Artikel verschiedenen Redaktionen an und bekommen dann Geld, wenn ihre Kritiken erschienen sind.


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