Bälle warnen vor dem Strom

07.04.2010   Von: Andreas Schmitt  inFranken.de

Elektrizität Julian (7) aus Memmelsdorf will von uns wissen, warum an manchen Hochspannungsleitungen Bälle angebracht sind. Hier kommt unsere Antwort.


Rot-weiße Bälle ...
Vielleicht habt ihr es in der Nähe einer Hochspannungsleitung auch schon einmal gehört - das Surren des Stroms. Teilweise fließen mehr als 50.000 Volt durch die Leitungen. Die Spannung ist damit 250 mal höher, als die des Stroms aus einer Steckdose. Eine riesige Menge und gleichzeitig eine große Gefahr, wenn man in Kontakt mit den Leitungen kommt. Deshalb sind sie zwischen Strommasten gespannt, die weit in die Höhe ragen. Doch eine Gefahr bleibt: Flugzeuge und Hubschrauber könnten mit den Leitungen zusammenstoßen. Rot-weiße Bälle an Masten und Leitungen warnen deswegen die Piloten vor dieser Gefahr.


Bälle nur in großen Höhen


Die Bälle findet man jedoch nur an den Mittel- und Hochspannungsleitungen, die sehr viel Strom transportieren und deshalb in großen Höhen gespannt sind. Die einfache Regel: Je höher die Masten, desto mehr Strom fließt durch.

Warum aber gibt es diese verschiedenen Strommengen? Stellt euch das einfach wie bei den Straßen der Autos vor: Hochspannungsleitungen (über 50.000 Volt) sind die "Autobahnen des Stroms". Sie leiten ihn ganz schnell über große Entfernungen von den Kraftwerken zu Zwischenstationen in der Nähe größerer Städte. Mittelspannungsleitungen (1000 bis 50.000 Volt) sind die Landstraßen, verteilen den Strom an die umliegenden Dörfer. Die Leitungen für Niederspannung (bis 1000 Volt) sorgen dafür, dass der Strom jedes einzelne Haus erreicht, wie die kleinen Straßen in den Städten.

Wie bei den normalen Straßen, gibt es auch bei den Stromstraßen Verkehrszeichen. Doch statt den runden oder eckigen Schildern eben die rot-weißen Bälle an Masten und Leitungen.


Wo Flugzeuge tief fliegen


Man findet sie dort, wo Flugzeuge und Hubschrauber häufig tief fliegen. Normalerweise bewegen sich die Maschinen nämlich viel höher als die Stromleitungen, mindestens 600 Meter über der Erde. In der Nähe von Flughäfen ist die Situation allerdings eine andere. Wilfried Horn, Flugleiter des Flughafens Bamberg-Breitenau: "Im Umkreis von 500 Metern zur Landebahn fliegen die Piloten sehr tief, da sie entweder gerade starten oder landen. Dann können die Stromleitungen gefährlich werden." Zum Beispiel am Berliner Ring in Bamberg, wo einige der Bälle sichtbar sind. Sie warnen jährlich rund 2800 Flugzeuge, die ihre Reise am Flughafen Breitenau starten.


Bälle in der Nähe von Autobahnen


Auch in der Nähe von Autobahnen sind die Bälle häufig zu finden. Hubschrauber der Polizei sind dort zu Kontrollflügen unterwegs. Um Staus oder Unfälle besser zu erkennen, fliegen die Piloten sehr tief. Die Kabel der "Stromautobahnen" sind dabei schwer zu erkennen. Doch die Bälle warnen die Piloten, sodass es zu keinen Unfällen kommt. Für den Schiffsverkehr sind die rot-weißen Warnkugeln ebenfalls von Bedeutung. Mit ihrer Hilfe können die Schiffe Stromleitungen besser erkennen, die über Flüsse gespannt sind.

Wissenswertes über Stromleitungen

Leitungsnetz Im Bereich Bamberg, Forchheim, Erlangen-Höchstadt und Haßberge verlaufen rund 1400 Kilometer Mittelspannungsleitungen.

Rekordmasten Die beiden höchsten Strommasten Europas stehen bei Hamburg an der Elbe und sind 227 Meter hoch.

Höhe Die Masten der "Stromautobahnen" sind 60 Meter hoch, die Mittelspannungsmasten 25 Meter.




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