Geschleudert und geschüttelt

28.06.2010   Von: Julia Grimminger  inFranken.de

Verkehrssicherheit Sina (6) möchte wissen, warum man sich im Auto anschnallen muss - im Bus dagegen nicht. Und warum sie dort keinen Kindersitz braucht. Hier kommt unsere Antwort.


Nur die Schnellsten dürfen sitzen: Auf dem Weg zur Schule sind Busse häufig überfüllt. Foto: Hänsler/Archiv
Manchmal muss man im Auto so richtig auf die Bremse treten: Wenn zum Beispiel plötzlich ein Reh aus dem Wald auf die Straße springt. Oder wenn auf der Autobahn ein Stau entsteht. Wenn ein schnell fahrendes Auto so plötzlich gestoppt wird, dann werden jede Menge Kräfte freigesetzt und die Insassen im Auto durchgeschüttelt. Gut, dass sie in dem Moment angeschnallt sind. In Einzelfällen könnten sie ansonsten durch die Windschutzscheibe aus dem Auto geschleudert werden.


Im Reisebus sind Gurte ein Muss


In Deutschland muss man sich im Auto anschnallen, das ist Vorschrift. Wer sich nicht daran hält, muss eine Strafe bezahlen. Das gilt seit elf Jahren auch für Reisebusse. Doch kaum jemand schnallt sich an, wenn er mit einem Bus in den Urlaub fährt, erklärt Polizeioberkommissar Oliver Glodeck von der Polizeiinspektion Bamberg. Das könnte daran liegen, dass man sich in Stadtbussen, also Bussen, die Teil vom öffentlichen Verkehr sind, nicht anschnallen muss. Die fahren deutlich langsamer als Autos oder Reisebusse. Außerdem gibt es dort auch Stehplätze. Wenn die Anschnallpflicht nun für alle Busse gelten würde, dann wäre es verboten, im Bus zu stehen und es müssten viel mehr Busse fahren, um alle Kinder zur Schule und auch alle anderen Menschen an ihr Ziel zu bringen. Bestimmt wird es bei euch morgens auf dem Schulweg auch mal eng und man quetscht sich auf dem Gang. Bei einer Gurtpflicht müsste jedes Kind seinen eigenen Kindersitz mitbringen. Und weil Kinder ja unterschiedlich groß sind, müsste man die Gurte jeden Morgen und jeden Nachmittag neu einstellen. Denn wenn der Gurt nicht optimal zum Kindersitz passt, kann das zu Verletzungen führen. Eure Eltern achten bestimmt auch bei euren Kindersitzen darauf, dass der Gurt richtig sitzt.


Schwierige Kontrollen


Oberkommissar Glodeck und seine Kollegen haben schon darüber nachgedacht, in Reisebussen häufiger zu kontrollieren, ob die Fahrgäste angeschnallt sind. Aber wenn sie beispielsweise einen Bus anhalten würden, dann könnte der Busfahrer eine kurze Durchsage machen und alle legen sich dann schnell den Gurt an. Für die Polizisten ist das also sehr schwierig zu kontrollieren. Auch Oliver Glodeck und seine Kollegen empfehlen, wenn möglich, immer einen Gurt zu benutzen.

Bei Busunglücken passiert es oft, dass der Bus eine Böschung herunterrollt und sich dabei überschlägt. "Man muss sich nur mal vorstellen, was dann mit den Menschen im Bus passiert, die nicht angeschnallt sind", sagt er.



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