Ausnahmezustand: Kaum mehr Benzin

30.07.2010     inFranken.de

Griechenland Nach mehreren Tagen Streik der Tank- und Lastwagenfahrer gibt es in Griechenland kaum noch Benzin. Zudem machten sich am Freitag Engpässe bei der Versorgung mit Obst und Gemüse bemerkbar. Die Touristen traf der Ausstand der Lasterfahrer besonders hart.


Ein Lkw-Fahrer demonstriert vor dem Ministerium für Transport in Athen. Foto: dpa
Hunderte Urlauber ließen ihre Mietwagen einfach stehen, weil ihnen der Treibstoff ausging. Zehntausende Touristen musste in Hotels und auf Campingplätzen ausharren, weil die Tankstellen keinen Sprit mehr hatten.

Die Tank- und Lastwagenfahrer streiken seit Montag. Ihr Protest richtet sich gegen einen Gesetzesentwurf ihrer Regierung. Danach darf bald jeder, der einen Lkw-Führerschein hat, als Lkw-Fahrer arbeiten. Das wollen die Streikenden allerdings verhindern, die bisher nur mit teuren Lizenzen auf den griechischen Straßen fahren dürfen.

"Viele Leute, vor allem die mit einem Wohnmobil unterwegs sind, können nicht zurückfahren. Sie müssen dann ihren Urlaub zwangsweise verlängern", sagte der Österreicher Eckehard Richter der Nachrichtenagentur dpa. Der Tourist hat sein Wohnmobil auf einem Campingplatz südlich der Hafenstadt Volos abgestellt und muss dort seinen Urlaub verbringen. "Ich kann noch ein wenig rumfahren, weil andere Kollegen mir Diesel gegeben haben", fügte er hinzu. Mehr sei aber nicht möglich.

Am Freitag kamen Gewerkschaftsvertreter der Tank- und Lastwagenbesitzer zusammen, um über das Ende des Ausstands zu beraten. Handelskammern, Hotelierverbände und andere Gewerkschaften riefen die Fahrer auf, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Die Regierung hatte zuvor vergeblich versucht, die Streikenden zum Dienst zu verpflichten.

Griechische Medien sehen das Land mittlerweile am Rande eines Zusammenbruchs. Weil das Benzin fehlte, hätten zahlreiche Unternehmen ihre Arbeit eingestellt. Viele kleinere Fähren mussten in den Häfen bleiben. Reiseveranstalter riefen die Regierung auf, sofort etwas zu unternehmen; andernfalls werde der Tourismus zusammenbrechen. dpa



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