Tausende demonstrieren gegen Rechts

04.09.2010     inFranken.de

Protest Tausende Menschen haben am Samstag in Dortmund friedlich gegen einen Neonazi-Aufmarsch demonstriert. Am Rande der Proteste lieferten sich allerdings Demonstranten aus der linken Szene Scharmützel mit der Polizei.


Polizeibeamten sichern am Samstag (04.09.2010) in Dortmund das Gelände einer Kundgebung von Rechtsextremen. Foto: Rene Tillmann dpa
Diese nahm 111 Personen wegen Vermummung und Widerstandes gegen Beamte vorläufig fest. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth warnte vor der Gefahr, dass Dortmund zur Hochburg von Rechtsextremisten werden könnte. "Dortmund ist die Heimat von Menschen unterschiedlicher Religionen - die Nazis wollen diese Menschen heimatlos machen", sagte sie.

Die Polizei erwartete im Laufe des Tages bis zu 15.000 Demonstranten gegen Rechts.

Die aus Dortmund kommende Grünen-Landtagsabgeordnete Daniela Schneckenburger bewertete das große Interesse an der Gegenkundgebung als Beweis für eine gut funktionierende demokratische Kultur. "Es ist jedoch schwer erträglich, dass das Bundesverfassungsgericht trotz einer erhöhten Gefahrenlage von Rechts wieder den Aufmarsch militanter Neonazis genehmigt hat", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag.

Die Rechtsextremisten durften nach einem Eilentscheid des Bundesverfassungsgerichts nicht durch die Stadt ziehen, sondern nur auf einem Parkplatz demonstrieren. Daran wollten sich nicht alle von ihnen halten. In einem Dortmunder Vorort verließen rund 500 Neonazis auf ihrer Anreise "fluchtartig" den Zug und marschierten laut Polizei in Richtung Innenstadt. Die Polizei löste die Versammlung auf.

Die Demonstranten würden "mit dem Zug nach Hamm zurückgeschickt", sagte ein Sprecher. Auf dem zugewiesenen Parkplatz demonstrierten rund 460 Rechtsextreme.

Das Bundesverfassungsgericht hatte das Demonstrationsverbot der Dortmunder Polizei im letzten Augenblick per Eilentscheid aufgehoben. Die Polizei hatte befürchtet, dass Menschen durch Sprengstoff erheblich verletzt werden könnten. Auslöser war die vorherige Festnahme eines 19-Jährigen aus dem Raum Aachen. In der Wohnung des mutmaßlichen Bombenbastlers fanden Ermittler Munitionsbestandteile. Dem Mann soll Verbindungen nach Dortmund haben.



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