Feinstaubwerte 2011 trotz Umweltzonen gestiegen
06.02.2012 Ort: Berlin Von: Von Georg Ismar, dpa
Das dürfte den Streit um Sinn und Unsinn von Umweltzonen weiter befeuern: 2011 sind die Feinstaubbelastungen in Städten weiter gestiegen. Das Umweltbundesamt gibt dem Wetter eine Mitschuld.

Die Luft in deutschen Städten war 2011 trotz rund 50 Umweltzonen zu stark mit gesundheitsschädlichen Stoffen belastet. Die Feinstaubwerte lagen dabei sogar noch über dem Niveau der Jahre 2007 bis 2010, ergab eine am Montag veröffentlichte Messdaten-Auswertung des Umweltbundesamtes (UBA). In Städten und Ballungsräumen wurden die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid bei fast jeder zweiten Messstation überschritten. Umweltschützer sehen auf viele Kommunen hohe Strafzahlungen zukommen. Sie verteidigten die umstrittenen Umweltzonen als sinnvolle Maßnahme.
Beim Feinstaub lagen 42 Prozent der verkehrsnahen Messstationen über dem zulässigen Grenzwert - dieser erlaubt nur 35 Tage mit über 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Beim Stickstoffdioxid lagen 57 Prozent der Stationen in Städten im vergangenen Jahr über dem Grenzwert von 40 Mikrogramm. Mit Umweltzonen sollen EU-Vorgaben für eine Begrenzung der Luftverschmutzung umgesetzt werden.
«In großen Teilen Deutschlands hat die Luft eine gute Qualität», betonte UBA-Präsident Jochen Flasbarth. «Allerdings müssen wir dort mehr tun, wo die Atemluft der Menschen immer noch mit zu viel Feinstaub und Stickstoffdioxid belastet ist: in den Städten und Ballungsräumen.» Umweltzonen, bei denen nur schadstoffarme Autos in Innenstädte einfahren dürfen, seien dafür ein geeignetes Mittel.
Flasbarth wies darauf hin, dass Umweltzonen aber nur ein Teil der Lösung seien, da Feinstaub und Stickstoffoxide zu großem Teil auch bei Verbrennungsprozessen in Industrie und Haushalten entstehen, etwa bei Öfen. Daher gibt es seit 2010 Grenzwerte für Heizungsanlagen, die mit Holzscheiten, Kohle oder Pellets gefeuert werden.
Ein weiterer Faktor, der sich vom Menschen nicht beeinflussen lässt, ist laut Flasbarth das Wetter: Bei Hochdruckwetterlagen werde die Luft viel weniger durchmischt - Schadstoffe sammeln sich also. Das könne dazu führen, dass die Luft selbst dann schlechter wird, wenn Emissionen von Autos, Heizungen oder Fabriken gleichbleiben. Im Jahr 2011 habe es gleich mehrere solcher Wetterlagen gegeben: Von Ende Januar bis März und im November führte dies zu häufigeren Überschreitungen des Feinstaub-Tagesgrenzwertes als in den Vorjahren.
Der ADAC hält Umweltzonen für wirkungslos, der Automobilclub von Deutschland (AvD) fordert die Abschaffung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte hingegen eine Reduzierung des Autoverkehrs in Städten und mehr Einsatz der Politik. «Die schlechten Werte sind Resultat der Laissez-faire-Politik der Bundesregierung», sagte der BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg.
Die Regierung habe auf EU-Ebene für Strafzahlungen bei einem Überschreiten der Grenzwerte eine fünfjährige Fristverlängerung bis 2011 durchgesetzt, um Druck von den Kommunen zu nehmen. Jetzt sei der Handlungsbedarf umso größer. «Nur wenn die Kommunen nachweisen können, dass sie alle gebotenen Maßnahmen zur Feinstaubreduzierung ergriffen haben, können sie kommenden Strafzahlungen in Millionenhöhe noch entgehen.» Einige Städte wie Berlin oder Leipzig hätten frühzeitig ambitionierte Maßnahmen eingeleitet. «Diesen Vorbildern müssten nun alle anderen Kommunen folgen», forderte Hilgenberg.
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Kommentare
Das WETTER?
Lieber Bundesumweltbeamter, lesen Sie doch mal hier nach:
http://www.zeit.de/lebensart/2012-02/wohnen-kaminofen-heizung/seite-1
Besonders die Leserkommentare, und hier vor allem den ersten.
Gab es da nich einen Vulkanausbruch
im Mai 2011 auf Island? Und hat seine Aschewolke nicht tagelang den Flugverkehr in Europa blockiert?
Die Deutschen Behörden sollten sich endlich mal bewegen und jedem Vulkan auf dieser Erde eine bunte Plakette verpassen.
au ja,
tagsüber als Zeitarbeitssklave pfundweise Schleifstäube, Lackdunst und Chemiedämpfe ohne Maske (ka Geld und die Berufsgenossen wärmen ihre Hintern auf dem Bürostuhl) einatmen. Anschließend stolz mit dem umweltfreundlichen Karren 10 Minuten nach Hause fahren.
Bester Citronaut
da sind wir uns mal einig. Auch damit konnten einige Herrschaften gute Kasse machen.
Spinnerter Ökokram
Zig-Tausende Autobesitzer wurden kalt enteignet und damit massiv gegen das Eigentumsrecht verstoßen.
Daß die Umweltzonen wirkungslos sind (außer für die Autoindustrie) war vorher schon klar. Jetzt hat man es schwarz auf weiß und anstatt den sinnlosen Quatsch zu beenden wird im Sinne des sozialistischen "Vorwärts immer, rückwärts nimmer" der Bürger weiter gegängelt, enteignet und zur Kasse gebeten.
PFUI!
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