Vatikan sagt Ja zu Rundem Tisch

09.03.2010     inFranken.de

Kirchen Auch der Vatikan bejaht einen Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch in Deutschland. Dies sei ein richtiger Weg, um das Problem des Missbrauchs "umfassend und angemessen" mit sozialen und erzieherisch tätigen Organisationen anzugehen, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Dienstag in Rom.


Papst Benedikt XVI. Foto: dpa
Er trat gleichzeitig vehement Vorwürfen entgegen, die Kirche habe sich der Missbrauchswelle in den katholischen Einrichtungen nicht entschlossen genug gestellt. Vielmehr sei die Kirche in den jetzt betroffenen Ländern "entschieden und prompt" vorgegangen, sagte Lombardi. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe "mit Recht die von der deutschen Kirche gezeigte Ernsthaftigkeit und konstruktive Vorgehensweise anerkannt".

Zum Runden Tisch ergänzte Lombardi: "Natürlich ist die Kirche bereit, daran teilzunehmen und sich zu engagieren." Wahrscheinlich könne "ihre schmerzliche Erfahrung ein nützlicher Beitrag auch für andere sein." Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hatte einen Runden Tisch zum Thema Missbrauch für den 23. April angekündigt.

Die Bischofskonferenzen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden hätten jedenfalls rasch gehandelt, als Missbrauchsfälle bekannt geworden seien, lobte der Vatikan-Sprecher. "Sie haben ihren Willen zur Transparenz unter Beweis gestellt und in einem gewissen Sinne dafür gesorgt, dass das Problem noch schneller sichtbar wurde." Er bezog sich darauf, dass Opfer aufgefordert wurden, sich zu melden.

"Die Anschuldigungen jetzt allein auf die Kirche zu konzentrieren, das führt dazu, die Sicht zu verfälschen", heißt es in der Stellungnahme Lombardis für Radio Vatikan außerdem. Denn die Missbrauchsfälle beträfen nicht allein die Kirche. Lombardi nannte es dabei gut, sich auch wegen der Skandale in anderem Umfeld Sorgen zu machen. Er nannte Österreich als Beispiel. Dort habe es in einem gewissen Zeitraum 17 nachgewiesene Fälle in kirchlichen Einrichtungen gegeben, "während es mehr als 510 Fälle anderswo gewesen sind." dpa



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