Urnen-Klau von Teufel wird immer skurriler

15.08.2010     inFranken.de

Gesellschaft Der rätselhafte Ortswechsel der Urne von Alt-68er Fritz Teufel war wohl ein makabrer Scherz. Ex-Mitkommunarde Rainer Langhans meint sogar, dass Teufel selbst hinter dem Urnen-Klau stecken könnte.


Das Grab des Studentenführers Rudi Dutschke, aufgenommen am Freitag (13.08.2010) in Berlin-Dahlem auf dem Friedhofsgelände des St. Annen Friedhofes. Foto: Robert Schlesinger dpa
Der Fall der "Überführung" der Urne von Alt-68er Fritz Teufel ans Grab von Rudi Dutschke wird immer skurriler. Der Urnen-Diebstahl war wohl ein makabrer Scherz der linken Szene und keine Grabschändung von politischen Gegnern. Teufels ehemaliger Kommunen-Mitbewohner Rainer Langhans hält es für möglich, dass der einstige politische Mitstreiter zu Lebzeiten die Aktion selbst in Auftrag gab. "Ihm ist so etwas zuzutrauen. Das ist sehr typisch für ihn", sagte Langhans der dpa.

Ende der 60er Jahre war Teufel mit provozierenden Aktionen bekanntgeworden, etwa dem geplanten "Torten-Attentat" auf den damaligen US-Vizepräsidenten Hubert Humphrey. Die Wurfgeschosse entpuppten sich als Pudding- und Mehlbomben. Laut Langhans habe nur ein kleiner Kreis von "Eingeweihten" aus der Szene gewusst, wo Teufels Urne genau vergraben gewesen sei.

Die Urne wurde am Freitag am Grab des einstigen Studentenführers und Vorzeige-Linken Dutschke in Berlin-Dahlem wiedergefunden. Knapp eine Woche zuvor hatten Friedhofsbesucher auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof im Bezirk Mitte entdeckt, dass die Urne aus dem Grab verschwunden war. Am Fundort lag ein Schreiben, in dem sich die Urheber über das Ende eines "teuflischen Spaßes" freuten.

Anders als anfangs geglaubt wurde Teufels Urne nicht geöffnet und die Asche nicht verstreut. Die Schmuck-Urne sei völlig unversehrt neben Dutschkes Grab gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher.

Mittlerweile glaubt auch die Polizei, dass es ein gut geplanter, makabrer Spaß von Sympathisanten Teufels aus der linken Szene war. Hinweise auf die Urheber gab es zunächst auch am Sonntag nicht. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben "in alle Richtungen", unter anderem wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe. Teufel war am 6. Juli mit 67 Jahren nach langer Parkinson-Krankheit gestorben. dpa



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