Werbung für Terrorgruppen: 20-Jähriger vor Gericht

22.02.2012   Ort: Schleswig     

Mit der Aussage des Angeklagten zu seinem Islam-Verständnis hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 20-jährigen mutmaßlichen Terrorunterstützer vor dem Oberlandesgericht Schleswig begonnen.

Prozess wegen Unterstützung von terroristischer Vereinigung
Blick auf das Gericht im Prozess wegen Unterstützung terroristischer Vereinigungen. Foto: Carsten Rehder

Der Generalbundesanwalt wirft dem Konvertiten aus Neumünster vor, in mindestens elf Fällen im Internet um Mitglieder und Unterstützer für die terroristischen Vereinigungen «Islamische Bewegung Usbekistan» und «Islamischer Staat Irak» geworben zu haben.

So soll er Videos ins Internet gestellt haben, in denen unter anderem Hinrichtungen irakischer Polizisten gezeigt werden. Der Angeklagte war nach eigener Aussage durch den aus Jordanien stammenden Partner seiner Schwester zum Islam gekommen - vor drei Jahren konvertierte der 20-Jährige. Er habe sich durch Schilderungen von Engeln, dem Paradies und Propheten angesprochen gefühlt und Moscheen in Hamburg besucht. Bis zu acht Stunden täglich habe er den Koran gelesen.

Zwar habe er gelernt, dass «Ungläubige» in die Hölle kämen, aber persönlich habe er nichts gegen Andersgläubige gehabt, solange er nicht selbst angegriffen werde. Den Anschlag des sogenannten Flughafenbombers von Frankfurt/Main auf amerikanische Soldaten lobte er dennoch: «Diese Tat fand ich sehr gut.»

Mit etwa 13 Jahren hatte der Angeklagte begonnen, sich intensiv mit dem Internet und dem Programmieren auseinanderzusetzen. Seine Internetseite, auf der auch die Hinrichtungsvideos eingestellt worden sein sollen, sei zunächst zum «Hacken» anti-islamischer Seiten geplant gewesen. Seine Mutter bekam nach eigener Aussage nur wenig von den Internet-Aktivitäten des Sohnes mit.

Laut Vertreter des Generalbundesanwalts muss der Angeklagte «mit Sicherheit mit einer Freiheitsstrafe rechnen». Die Gefahr durch ihn sei «nicht gering zu achten». Ihm droht eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Bis Ende Februar sind in dem Staatsschutzverfahren zunächst drei weitere Verhandlungstermine angesetzt.



Drucken Artikel Versenden Abo bestellen
Stichworte zum Thema Prozesse | Terrorismus
 

Weitere Artikel zum Thema suchen



Alternative Suche im Zeitungsarchiv
Hinweis: für Epaper-Abonnenten kostenlos


Kommentare

Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Kommentieren


Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)

Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:  *
gewünschtes Passwort:  *
Wiederholung Passwort:  *
E-Mail:  *
Kundennummer:
Anrede:
Frau Herr  
Vorname:
Nachname:
Zusatz (z.B. Firma):
Straße/Hausnr.:
PLZ/Ort:  *
Ich bin mit den AGB einverstanden.:  *


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Dividieren Sie 18 durch 3: 




Nachrichten aus Ihrer Umgebung
Bad Kissingen Schweinfurt Kitzingen Haßberge Bamberg Erlangen-Höchstadt Forchheim Bayreuth Kulmbach Lichtenfels Coburg Kronach
21.05. 22.05. 23.05. mehr Wetter
Tagsüber heiter sonnig Gewitter
Abend heiter sonnig Gewitter
Nacht wolkig heiter Gewitter
Aktuelle Angebote
Soziale Netzwerke + Services inFranken.de
Kino-WebTV inFranken.de

Veranstaltungen inFranken.de

Haben Sie heute schon etwas vor?
Finden Sie aus 2815 Events, Partys und Konzerten Ihre Veranstaltung:
Ihre Meinung zählt
Haben sie Fragen, Anregungen oder Tipps zu inFranken.de? Dann schreiben Sie uns bitte. Denn ihre Meinung zählt!
Hier geht es zum Formular