Poker-Raub – Polizei unter Druck

14.03.2010     inFranken.de

Glücksspiele Mehr als eine Woche nach dem spektakulären Poker- Raub in Berlin wächst der Druck auf Polizei und Staatsanwaltschaft. Eine erste Festnahme erwies sich am Samstag als falsche Spur. Der zunächst Tatverdächtige wurde wieder freigelassen.


Spielkarten und Jetons bestimmen auf einem Spieltisch in Berlin das Bild während eines Pokerspiels. Foto: Tim Brakemeier
"Wir ermitteln unter Hochdruck in alle Richtungen", sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Sonntag.

Nach Informationen des "Tagesspiegel" am Sonntag verfolgt die Polizei schon eine zweite sehr vielversprechende Spur, die völlig unabhängig von der Festnahme von Freitagabend verfolgt werde. Doch weder dazu noch zu anderen Einzelheiten wollten sich Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntag äußern. Man wolle den Ermittlungsverlauf nicht stören, hieß es.

Am Samstag hatte es zunächst nach einer ersten heißen Spur in den fieberhaften Ermittlungen zu dem Raubüberfall ausgesehen. Eine Woche zuvor hatten vier Männer ein internationales Poker-Turnier in einem Hotel mitten in Berlin überfallen und 242 000 Euro erbeutet. Weil sie dabei gefilmt worden und offenbar sehr dilettantisch vorgegangen waren, zeigte sich Polizeipräsident Dieter Glietsch zwei Tage später zuversichtlich, die Täter schnell zu finden.

Spezialkräfte der Polizei nahmen am Freitag einen Tatverdächtigen fest. Doch weniger als 24 Stunden danach musste die Polizei ihn wieder auf freien Fuß setzen. Der dringende Tatverdacht des schweren Raubes gegen den Mann habe sich nach den Ermittlungen nicht bestätigt, hieß es. Nach Informationen der dpa und der "Berliner Morgenpost" war der Mann bereits 2004 bei einem Überfall auf ein Casino am Alexanderplatz beteiligt.

Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" schreibt, war das Poker- Turnier nicht mit dem Glücksspielstaatsvertrag vereinbar. Andere Bundesländer hätten das Spiel deshalb verhindert. Grundsätzlich sei Pokerspiel mit hohen Einsätzen nur in zugelassenen und abgesicherten Spielbanken erlaubt. Um das Turnier dennoch ausrichten zu können, sei die Spielbank Berlin zum alleinigen Veranstalter und das Grand Hyatt zum "zeitweiligen Spielbankstandort" erklärt worden. dpa



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