Papst ernennt neue Kardinäle - darunter zwei Deutsche

18.02.2012   Ort: Rom     

In einer feierlichen Zeremonie hat Papst Benedikt XVI. 22 neue Kardinäle ernannt, unter ihnen der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki und der deutsche Jesuitenpater Karl Josef Becker.

Erzbischof Rainer Maria Woelki zum Kardinal erhoben
Papst Benedikt XVI im Petersdom zusammen mit dem zum Kardinal erhobenen Bischof Rainer Maria Woelki. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Der Papst nahm sie am Samstag im Rahmen seines vierten Konsistoriums, der Vollversammlung der Kardinäle, in sein höchstes Beratergremium auf.

Mit der Ernennung von Woelki (55) und Becker (83) gibt es nun neun deutsche Kardinäle in dem Kollegium. Von ihnen sind sechs unter 80 Jahre alt und bei einer möglichen Papstwahl stimmberechtigt.

Der Papst rief die neuen Kardinäle auf, eng mit ihm in der Leitung der Weltkirche zusammenzuarbeiten. «Es geht darum, herausragende Diener der Kirche zu sein», forderte das Oberhaupt der Katholiken die Kardinäle auf, mit Kraft, Klarheit, Weisheit und Treue zu wirken.

Die neuen Kardinäle erhielten im Petersdom vom Papst ihren roten Kardinalshut und ihren Kardinalsring. Außerdem wurde den neuen Purpurträgern traditionsgemäß eine Titelkirche zugeteilt. Damit ist ein Kardinal nominell auch Pfarrer in Rom mit eigener Gemeinde.

Der 55-jährige Woelki, erst seit einem halben Jahr Erzbischof von Berlin, übernimmt die Position des jüngsten Kardinals in dem Kollegium von dem Münchner Erzbischof Reinhard Marx (58).

Zur Ernennung Woelkis war eine große Delegation nach Rom gereist, darunter Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Er überbrachte «herzliche Glückwünsche» und wünschte den neuen Kardinälen viel Erfolg. Woelki habe in seiner kurzen Zeit in Berlin bereits «Akzente des Dialogs und der Begegnung» gesetzt.

Für das Erzbistum Berlin und die Hauptstadt sei es ein wichtiges Zeichen, «dass ihr Erzbischof auch Kardinal ist und somit dem "Senat des Papstes" angehört», heißt es in einer Mitteilung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, zu der Ernennung Woelkis. Die Kardinäle wüssten um ihre Bindung an den Papst und würden so «zu einem Stück der Repräsentanz von Weltkirche».

Woelki wertete seine Ernennung auch als «eine Auszeichnung für die Berliner, für die deutsche Hauptstadt und für die Katholiken, die in der DDR ihren Glauben bekannt und von Christus Zeugnis gegeben haben». Er betonte das starke soziale Engagement der Kirche.

«Ich bin relativ entspannt gewesen, dann habe ich aber doch feuchte Hände bekommen», berichtete Woelki von seiner Erhebung. «Meine Rolle muss ich hier erst noch finden», sagte er. Auch habe er sich in diesen Tagen einige Male «gekniffen», sich also gefragt, ob der rasche Aufstieg vom Weihbischof zum Kardinal Wirklichkeit sei.

Mit den insgesamt 22 neuen Kardinälen aus Europa, Asien und Amerika steigt die Zahl der Purpurträger auf 214, wobei 125 von ihnen bei einer Papstwahl stimmberechtigt wären. Am Sonntag folgt eine Dankesmesse mit den alten und den neuen Kardinälen im Petersdom. Mit den neuen Kardinälen sind die von Benedikt ernannten und auch wahlberechtigten Purpurträger in diesem Gremium in der Mehrheit.



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Kommentare

 
9  Kommentare  
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RBBamberg - 18.02.2012 19:35    (0)   
 

Hier regen sich Leute über den Papst auf, die mit dem katholischen Glauben
scheinbar nichts zu tun haben.
Ich bin froh, dass wir Katholiken einen solch glaubensfesten Heiligen Vater haben. Zu den groben, unsachlichen Anfeindungen sage ich nur: "Selig sind die, die um meinetwillen verfolgt werden".

christ - 18.02.2012 15:42    (0)   
 

Worte von Martin Luther:
"Der Papst überrage in seiner Verderbtheit die des höllischen Drachen und die ganze Gemeinheit der Helfershelfer des Teufels. Und wenn der Papst der Teufel ist, dann sind seine Bischöfe und Kardinäle des Teufels Generäle."

"»... Sie schmücken sich mit dem Namen Christi, des hl. Petrus und der Kirche, obwohl sie doch voll sind von den ärgsten Teufeln in der Hölle, voll, voll, und so voll, dass sie nichts denn eitel Teufel ausspeien, auswerfen und schneuzen können. ... Nun sehen wir, dass er [der Papst] mit seinen römischen Kardinälen nichts anderes ist, denn ein verzweifelter Spitzbube, Gottes und Menschen Feind, der Christenheit Verstörer und des Satans leibhaftige Wohnung ...«"

"»Die teuflische Päpsterei ist das letzt Unglück auf Erden und das näheste, so alle Teufel tun können mit all ihrer Macht.
Gott helfe uns, Amen.«"
(Alle Zitate aus: Martin Luthers Werke, Weimarer Ausgabe)

Wen wohl meinte daher Paulus mit seinen prophetischen Worten im 2. Thess. 2,4:
"Er ist der Widersacher,
der sich erhebt über alles,
was Gott oder Gottesdienst heißt,
sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt,
er sei Gott."

Paulus schreibt daher zu Recht,im 2. Kor.11,12-15, über die heutigen Kirchenoberen, denen hohe Gehälter, Macht und Reichtum wichtiger sind, als der christliche Glaube.

"sie sind nicht wie wir", sondern,"verstellen sich als Engel des Lichts".
Worte des Paulus:

"Was ich aber tue,
das will ich auch weiterhin tun und denen den Anlass nehmen,
die einen Anlass suchen,
sich zu rühmen, sie seien wie wir.
Denn solche sind falsche Apostel,
betrügerische Arbeiter und verstellen sich als Apostel Christi.
Und das ist auch kein Wunder;
denn er selbst,
der Satan,
verstellt sich als Engel des Lichts.
Darum ist es nichts Großes,
wenn sich auch seine Diener verstellen
als Diener der Gerechtigkeit;
deren Ende wird sein nach ihren Werken."

wolwei - 18.02.2012 17:47    (0)   
 

Lieber Christ
auf der einen Seite scheinen Sie die Bibel auswendig zu kennen, wo Sie doch immer wieder einzelne Verse oder nur kurze Textstellen zitieren, auf der anderen Seite reißen Sie diese aber immer wieder aus dem Zusammenhang. Nur ist die Bibel insbesondere das NT vor ca 1800-2000 Jahren entstanden und natürlich auf den damaligen Kontext gemünzt. Jeder Verfasser schreibt für eine bestimmte Bevölkerungsschicht und -gruppe. Daher muss man in der heutigen Zeit, die Bibel auch auf die heutige Zeit umdeuten und verstehen und dazu gehört es auf jeden Fall, nicht alles wortwörtlich zu nehmen. Jesus hat zumeist in Bildern und Metaphern gesprochen. Und Martin Luther, den Sie hier zitieren, legt die Bibel entsprechend für seine Zeit kurz vor der Reformation aus und auch da wird immer wieder umgedeutet.

neuer - 18.02.2012 16:48    (0)   
 

Wow!
Da kannst´e respekt haben da hat einer aber schön recherchiert!

Dr_Pflichtfeld - 18.02.2012 10:45    (0)   
 

Wen interessiert eigentlich ...
... dieser Altherrenkarneval noch wirklich?

AndreasStenglein - 18.02.2012 10:29    (0)   
 

Wenn, ja wenn …
Wenn Erzbischof Ludwig Schick im Dezember 2007 zum Erzbischof von München und Freising oder vor ein paar Monaten zum Berliner Erzbischof ernannt worden wäre, dann wäre er heute Kardinal.
In Rom gelten halt andere Maßstäbe als in Bamberg (auch wenn das manche Leute nicht kapieren)!

Pegnitzer - 18.02.2012 19:52    (0)   
 

Köln ruft vielleicht!
Man wusste ja das Erzbischof Schick nach München wollte und auch von Berlin war er ja nicht abgeneigt. Er wusste ja, dort wird man Kardinal. Seine Mitschüler nannten ihn ja schon den "Papst".
Nun bleibt für ihn noch eine letzte Chance Kardinal zu werden, nämlich wenn Kardinal Meisner sein Amt in
Köln irgendwann, vielleicht mal aufgibt. Doch von seiner Art her passt "Schicki" dorthin nicht!

rick.sander - 18.02.2012 08:54    (0)   
 

Man muß sich doch sehr wundern
Zur Erhebung seines eigenen Nachfolgers auf dem Stuhl des Hl. Korbinian hat der Papst sich viele Jahre Zeit gelassen.
Bei der Erhebung des Protegés seines Freundes Meißner geht es zack, zack..
Die Kardinalserhebungen sollten vielmehr der Person und dem Charakter des neuen Purpurträgers angepaßt werden. Bischöfe und Erzbischöfe, die die Kirche gut vertreten, sollten auch als persönliche Kardinäle ernannt werden, z. B. Prof. Schick aus Bamberg.

AndreasStenglein - 19.02.2012 12:55    (0)   
 

Das ist der Unterschied
Sie meinen, dass Bischöfe und Erzbischöfe, die die Kirche gut vertreten, auch als persönliche Kardinäle ernannt werden sollten, und nennen explizit Prof. Schick aus Bamberg. Das scheinen aber bestimmte Herrschaften ganz anders zu sehen. Hier liegt der Hase im Pfeffer.
Der Zug ist abgefahren.

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