Westerwelle wirbt für deutsche Wirtschaft
10.03.2010
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Außenpolitik Außenminister Guido Westerwelle hat in Brasilien die Werbetrommel für die deutsche Wirtschaft gerührt. Zu Beginn des wichtigsten Teil seines Südamerika-Besuchs bezeichnete der FDP-Chef am Mittwoch Brasilien als "Rising Star" ("Aufstrebenden Stern").

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) trifft den brasilianischen Minister für Entwicklung, Industrie und Außenhandel, Miguel Jorge, in Brasilia. Foto: dpa
Darauf hoffen auch viele der rund 1200 deutschen Unternehmen in Brasilien. Sie beschäftigen insgesamt 250 000 Menschen und tragen rund 10 Prozent zum industriellen Bruttoinlandsprodukt bei. Der Siemens-Konzern und auch die Transrapid-Bauer hoffen auf Aufträge bei dem mehr als 13 Milliarden Euro umfassenden Projekt "Trem-Bala". Der Hochgeschwindigkeitszug soll bis 2016 laufen und die Millionen-Metropolen São Paulo und Rio verbinden. Und auch beim Stadien-Bau und bei geplanten Anschaffungen der Marine haben deutschen Firmen ihren Hut in den Ring geworfen. Unterschiede zeichneten sich vor einem Treffen mit Außenminister Celso Amorim beim Streit um das iranische Atomprogramm ab. Westerwelle warb in einem Interview der Zeitung "Folha de São Paulo" dafür, den Druck auf Teheran zu erhöhen. Die Zeit laufe wegen der "starren Verweigerungshaltung" der iranischen Regierung aus, sagte Westerwelle. Brasilien, derzeit nichtständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat, setzt dagegen auf Verhandlungen mit Teheran und ist mit Blick auf neue Sanktionen skeptisch.
Vorige Woche hatte US-Außenministerin Hillary Clinton bei einem Besuch in Brasília versucht, die Regierung von Präsident Luiz Inßcio Lula da Silva für einen schärfere Gangart gegenüber Teheran zu gewinnen. Allerdings hatte Amorim ungewöhnlich deutlich betont, dass Brasilien sich nicht einfach dem Druck beugen werde und mit seinem "eigenen Kopf" denke. Lula hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad vergangenen November in Brasilien empfangen und wird am 15. Mai nach Teheran fliegen. Am Donnerstag ist Westerwelle in der Wirtschaftsmetropole São Paulo. Dort will er ein Siemens-Werk besichtigen, vor deutschen und brasilianischen Unternehmen eine Rede halten und die größte deutsche Auslandsschule besuchen. Anschließend fliegt er zum Abschluss seiner bisher längsten Auslandsreise als Außenminister nach Rio de Janeiro, wo er sich über die Planungen für die Fußball-WM 2014 und die Olympiade informieren will. Vorherige Stationen waren Chile, Argentinien und Uruguay. dpa
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