Westerwelle wirbt für deutsche Wirtschaft

10.03.2010     inFranken.de

Außenpolitik Außenminister Guido Westerwelle hat in Brasilien die Werbetrommel für die deutsche Wirtschaft gerührt. Zu Beginn des wichtigsten Teil seines Südamerika-Besuchs bezeichnete der FDP-Chef am Mittwoch Brasilien als "Rising Star" ("Aufstrebenden Stern").


Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) trifft den brasilianischen Minister für Entwicklung, Industrie und Außenhandel, Miguel Jorge, in Brasilia. Foto: dpa
Ausdrücklich meldete er auch Interesse an einer deutschen Mitwirkung beim Ausbau der zivilen Nutzung von Atomenergie in Brasilien an. Deutschland und die deutsche Wirtschaft seien daran "sehr interessiert". "Deutschland und Brasilien sind strategische Partner", sagte Westerwelle nach Angaben von Teilnehmern bei einem Treffen mit Industrieminister Miguel Jorge in Brasília. "Wir wollen aufs Engste zusammenarbeiten." Der Außenminister verwies auch auf den technologischen Vorsprung von deutschen Firmen bei erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind. Derzeit gibt es in Brasilien nur einen einzigen AKW-Standort. Jorge unterstrich mit Blick auf die anstehenden Sport-Großereignisse - die Fußball-WM 2014 und Olympia 2016 - das Interesse seines Landes an einer engen Kooperation mit Deutschland. Vorstellbar sei etwa die Nutzung von Solarzellen zur Modernisierung der Stadien. Brasilien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika. Gleich zu Anfang seiner Reise hatte Westerwelle ein Kernanliegen seiner Außenpolitik klar gemacht: "Türen zu öffnen für deutsche Unternehmungen".
Darauf hoffen auch viele der rund 1200 deutschen Unternehmen in Brasilien. Sie beschäftigen insgesamt 250 000 Menschen und tragen rund 10 Prozent zum industriellen Bruttoinlandsprodukt bei. Der Siemens-Konzern und auch die Transrapid-Bauer hoffen auf Aufträge bei dem mehr als 13 Milliarden Euro umfassenden Projekt "Trem-Bala". Der Hochgeschwindigkeitszug soll bis 2016 laufen und die Millionen-Metropolen São Paulo und Rio verbinden. Und auch beim Stadien-Bau und bei geplanten Anschaffungen der Marine haben deutschen Firmen ihren Hut in den Ring geworfen. Unterschiede zeichneten sich vor einem Treffen mit Außenminister Celso Amorim beim Streit um das iranische Atomprogramm ab. Westerwelle warb in einem Interview der Zeitung "Folha de São Paulo" dafür, den Druck auf Teheran zu erhöhen. Die Zeit laufe wegen der "starren Verweigerungshaltung" der iranischen Regierung aus, sagte Westerwelle. Brasilien, derzeit nichtständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat, setzt dagegen auf Verhandlungen mit Teheran und ist mit Blick auf neue Sanktionen skeptisch.
Vorige Woche hatte US-Außenministerin Hillary Clinton bei einem Besuch in Brasília versucht, die Regierung von Präsident Luiz Inßcio Lula da Silva für einen schärfere Gangart gegenüber Teheran zu gewinnen. Allerdings hatte Amorim ungewöhnlich deutlich betont, dass Brasilien sich nicht einfach dem Druck beugen werde und mit seinem "eigenen Kopf" denke. Lula hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad vergangenen November in Brasilien empfangen und wird am 15. Mai nach Teheran fliegen. Am Donnerstag ist Westerwelle in der Wirtschaftsmetropole São Paulo. Dort will er ein Siemens-Werk besichtigen, vor deutschen und brasilianischen Unternehmen eine Rede halten und die größte deutsche Auslandsschule besuchen. Anschließend fliegt er zum Abschluss seiner bisher längsten Auslandsreise als Außenminister nach Rio de Janeiro, wo er sich über die Planungen für die Fußball-WM 2014 und die Olympiade informieren will. Vorherige Stationen waren Chile, Argentinien und Uruguay. dpa


Drucken Artikel Versenden Abo bestellen
Stichworte zum Thema Guido | Westerwelle | Außenminister | Wirtschaft
 

Weitere Artikel zum Thema suchen



Alternative Suche im Zeitungsarchiv
Hinweis: für Epaper-Abonnenten kostenlos


Kommentare

Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Kommentieren


Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)

Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:  *
gewünschtes Passwort:  *
Wiederholung Passwort:  *
E-Mail:  *
Kundennummer:
Anrede:
Frau Herr  
Vorname:
Nachname:
Zusatz (z.B. Firma):
Straße/Hausnr.:
PLZ/Ort:  *
Ich bin mit den AGB und der Netiquette einverstanden.:  *


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Dividieren Sie 18 durch 3: 




Nachrichten aus Ihrer Umgebung
Bad Kissingen Schweinfurt Kitzingen Haßberge Bamberg Erlangen-Höchstadt Forchheim Bayreuth Kulmbach Lichtenfels Coburg Kronach
25.05. 26.05. 27.05. mehr Wetter
Tagsüber heiter sonnig wolkig
Abend heiter sonnig heiter
Nacht sonnig heiter sonnig
Ihre Meinung zählt
Haben sie Fragen, Anregungen oder Tipps zu inFranken.de? Dann schreiben Sie uns bitte. Denn ihre Meinung zählt!
Hier geht es zum Formular