Range: Rechtsterroristen nicht militanter Arm der NPD
09.02.2012 Ort: Berlin
Generalbundesanwalt Harald Range hat Hoffnungen auf ein rasches Verbot der rechtsextreme NPD gedämpft.

Einen direkten Zusammenhang zwischen der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) und der NPD mit Bezug auf die NSU-Taten sehe er derzeit nicht, sagte Range dem Sender «Phoenix». Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kündigte an, bei der Sonderkonferenz der Innenminister am 22. März einen Kriterienkatalog für eine Beweisführung gegen die NPD vorzulegen. Im Bundestag kam der Neonazi-Untersuchungsausschuss zur ersten Arbeitssitzung zusammen.
Der Ausschuss beschloss 38 Beweisanträge und zwei Anhörungen in den letzten Märzwochen. Sachverständige sollen dann zur Entwicklung des Rechtsextremismus in Deutschland und zu den gegenwärtigen Strukturen der Sicherheitsbehörden Auskunft geben. Zudem wollen die Abgeordneten die Ombudsfrau für die Opfer der rechtsextremen Terrorzelle, die frühere Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John, einladen, um Informationen aus Sicht der Opfer zu erhalten. Nach Ostern will der Ausschuss mit der Beweisaufnahme beginnen.
Den Neonazi-Terroristen werden Morde an neun Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin vorgeworfen. Die große Frage ist, warum die Sicherheitsbehörden die Rechtsextremisten nicht im Visier hatten. Zur Aufarbeitung möglicher Defizite wurde auch eine vierköpfige Bund-Länder-Regierungskommission eingesetzt. Die Bundestagspolitiker wollen sich möglichst früh mit den Mitgliedern der Bund-Länder-Kommission und des Thüringer Untersuchungsausschusses treffen, um Doppelarbeiten zu vermeiden.
Zum Thema NPD sagte Generalbundesanwalt Range in der Phoenix-Sendung «Kamingespräch», die am Sonntag ausgestrahlt werden soll: «Es ist nach unseren Erkenntnissen nicht so, dass die NSU der militante Arm der NPD wäre.» Verbindungen bei einigen Verdächtigen seien zwar augenscheinlich. «Das zu werten müssen dann andere entscheiden», sagte Range. Ein Zusammenhang sei zwar noch nicht endgültig einzuschätzen. «Aber ich wage die Prognose, dass das keine entscheidende Rolle gespielt hat und auch nicht spielt.»
Bundesinnenminister Friedrich sagte der «Leipziger Volkszeitung» (Freitag), auf Grundlage des für den 22. März anvisierten Kriterienkataloges könne mit der Sammlung von Beweisen begonnen werden. Bei der Innenministerkonferenz Ende Mai solle dann ein erster Überblick über die Beweislage möglich sein. Die Debatte über ein Verbot der NPD war nach Bekanntwerden der rechtsextremen Mordserie wieder hochgekommen. Ein erster Anlauf zu einem Verbot war 2003 vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gescheitert.
Nach Ranges Einschätzung hatte die Zwickauer Terrorgruppe keinen Kontakt zu Verbindungsleuten des Verfassungsschutzes. «Es wird die Strategie dieser Leute gewesen sein, sich so weit abzuschotten, dass man nicht mit V-Leuten in Kontakt kommt.» Der Generalbundesanwalt machte deutlich, dass er keinen Zweifel an der Notwendigkeit eines Einsatzes von V-Leuten hat: «Insbesondere dort, wo es nicht einfach ist, andere Beweise zu erheben, ist es manchmal die einzige Möglichkeit, in den inneren Kreis von Tätern vorzudringen.»
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Kommentare
Solange sich ein Generalbundesanwalt ...
... so zitieren läßt, behält Brechts Feststellung, der Schoß sei fruchtbar noch, aus dem dies (der Naziterror mit all seinen Folgen) kroch, nach wie vor von erschreckender Gültigkeit.
Herr Generalbundesanwalt, mich graut vor Ihnen. Mit solchen Äußerungen leisten Sie Entwicklungen Vorschub, deren Tragweite abzuschätzen, Ihnen offenkundig nicht gegeben ist.
@ #1: Das ist wieder ein tolles Deutsch:
´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´
„… behält Brechts Feststellung … nach wie vor von erschreckender Gültigkeit.“
Kraus, Du wirst immer grauser … und mir graut vor dir!
Was andere bereits RICHTIG gesagt haben, musst du doch nicht immer und immer wieder repetieren und dich dabei auch noch ständig blamieren!
Wie krämpfte sich doch #12 Karl_Kraus - geschrieben vor 2 Stunde/n 51 Minuten:
„… ich lebe nun rund 35 Jahre davon, gutes Deutsch für journalistische Zwecke [*] zu schreiben – und zu redigieren ... –, um damit Lesern etwas zu vermitteln, das sie auch noch GERNE lesen.“
[*] Automobil-Journaille
http://www.infranken.de/nachrichten/lokales/coburg/Frau-und-Hund-ueberschlagen-sich-mehrfach;art214,249481,C
Wer den Unterschied ...
... zwischen beruflicher und privater Sphäre nicht rafft, ist ein armesch Luder wie unser Ulenspegel.
Nicht besser als der FT
"behält nach wie vor von erschreckender Gültigkeit..." ist aber wirklich kein deutsch.
Sonst regst dich über jeden Mist im FT auf, und schreibst selbst solchen Wirrwarr!
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