Neuer Zoff um "Beutekunst" aus Franken
10.03.2010
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Exponate Der Dauerstreit um die Rückgabe fränkischer Kultur- und Kunstschätze aus Münchner Museen an ihre Ursprungsorte hat für neuen Zoff im Hochschulausschuss des Landtags geführt.
Der Bayreuther SPD-Abgeordnete Christoph Rabenstein nannte den Ministeriumsbericht eine Provokation. "Dieser Bericht spricht von einer altbayerischen Überheblichkeit - und zwar in allen Zeilen", sagte Rabenstein. Er betonte, kein vernünftiger Mensch fordere ja die Rückführung aller fränkischen Kunstschätze. Er wolle sich aber auch nicht mit Dingen wie dem Guckkasten "Schäferspiel" begnügen. "Wir wollen das Herzogsschwert, wir wollen den Domschatz", sagte er. Es könne nicht sein, dass von den "wichtigen Sachen" nichts an Franken zurückgegeben werden solle. Hans Jürgen Fahn (Freie Wähler) erklärte: "Wir sind der Auffassung, dass Kulturgüter dort die höchste Aufmerksamkeit erhalten, wo ihr historischer Ursprung ist." Der aus Mittelfranken stammende CSU-Fraktionsvize Karl Freller argumentierte dagegen, zum fränkischen Selbstbewusstsein gehöre nicht nur, dass fränkische Kunstwerke auch in Franken ausgestellt werden, sondern auch, dass die Kunstwerke an den bestbesuchten Stellen in Bayern gezeigt werden. "Die Diskussion wird nie abgeschlossen sein", sagte er voraus. Der ehemalige Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) sagte an die Adresse der Franken: "Sie erreichen die Befriedung des eigenen Gemüts, aber nicht die bessere Anschauung der Kulturgüter." Das Ministerium verwies in seinem Bericht unter anderem auch darauf, dass viele Kunstschätze aus konservatorischen Gründen nicht dauerhaft in Franken ausgestellt werden könnten. Dies verbiete sich beispielsweise bei einigen wertvollen Handschriften. Ausschuss-Chef Bernd Sibler (CSU) sagte dazu, dies könne man nicht wegdiskutieren. Der Fränkische Bund hatte vergangenes Jahr eine Petition mit den Unterschriften von 13 000 Bürgern eingereicht, um damit eine Rückgabe sämtliche Werke fränkischer "Beutekunst" zu erreichen. Dies hatte der Hochschulausschuss des Landtags damals aber klar abgelehnt. Zugleich erhielt das Ministerium den Auftrag zur Vorlage des neuen Berichts.
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