Unzufriedene gründen "Partei für Franken"

31.10.2009   Ort: Importartikel     inFranken.de

Gründung Aus Ärger über angebliche jahrzehntelange Benachteiligungen des nördlichen Bayerns haben am Samstag unzufriedene Bürger aus der Region die "Partei für Franken" gegründet.


Robert Gattenlöhner, der neu gewählte Landesvositzende der Partei für Franken. Foto: Matthias Hoch
Die 51 Gründungsmitglieder wählten den aus dem mittelfränkischen Roth stammenden Robert Gattenlöhner zu ihrem Landesvorsitzenden. Er hatte noch vor kurzem der SPD angehört. Die neue Partei wolle im Jahr 2013 zur Landtagswahl antreten, kündigte Gattenlöhner an. Franken brauche mehr wirtschaftliche Stärke und die Franken bräuchten mehr Selbstbewusstsein, sagte der 53-Jährige.
Gattenlöhner sagte, er trage sich schon seit fünf bis sechs Jahren mit dem Gedanken einer Parteigründung. Aber erst seit der „Erosion der CSU“ bei der letzten Landtags- und Bundestagswahl sei der Zeitpunkt dafür günstig, begründete der Mittelfranke den gewählten Zeitpunkt. Nach Einschätzung seines Stellvertreters, des aus Ansbach stammenden Rechtsreferendars Maro Mehl (28), war ein Ereignis der letzte Auslöser für die Gründung der Frankenpartei - nämlich „die Art und Weise, wie man den fränkischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein entsorgt hat“. Mehl war zuletzt Vorsitzender des Kreisverbandes der Jungen Union im Kreis Erlangen-Höchstadt gewesen.
Als Parteilogo will die „Partei für Franken“ ein verfremdetes Franken-Wappen nutzen. „Wir haben uns für eine Kreuzung aus dem Franken-Rechen (dreifach gezacktes Franken-Wappen) und einer ansteigenden Konjunkturkurve entschieden“, erläuterte Landesvorstandsmitglied Andreas Brandl (35). „Die Kurve ist grün. Damit wollen wir deutlich machen, dass wir kein Wirtschaftswachstum um jeden Preis wollen“, fügte der EDV-Fachmann hinzu.
Hauptziel der Frankenpartei ist nach den Worten von Vorstandsmitgliedern eine stärkere wirtschaftliche Förderung der drei fränkischen Regierungsbezirke. Vor allem Oberfranken brauche nach dem Niedergang der Textilindustrie und den Problemen der Porzellanhersteller zusätzliche wirtschaftliche Impulse. Es sei ungerecht, dass immer noch große Teile der Freistaat-Förderung in den „Münchner Speckgürtel“ flössen, kritisierten führende Mitglieder der Frankenpartei.
Die Forderung nach Gründung eines Bundeslandes steht derzeit nicht auf der Tagesordnung der Frankenpartei, betonte Gattenlöhner. „Wenn es uns gelingt, auf Augenhöhe mit den Altbayern zu kommen, kann erst mal alles beim Alten bleiben“, fügte er hinzu. Er schloß allerdings nicht aus, dass sich diese Haltung bei veränderten politischen Konstellationen ändern könnte. Wichtigstes Ziel der neuen Partei sei erst einmal ein Erfolg bei der Landtagswahl 2013. Auch wenn die Frankenpartei dabei nur auf drei bis vier Prozent komme, würde damit der Druck auf die etablierten Parteien wachsen, sich künftig stärker für fränkische Interessen einzusetzen, sagte Gattenlöhner.


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