"Unis für doppelten Abi-Jahrgang gerüstet"

28.07.2010     inFranken.de

Hochschulen Der bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) sieht die Hochschulen im Freistaat für den doppelten Abiturientenjahrgang im Jahr 2011 gerüstet. "Ich werde persönlich alles dran setzen, dass kein Studienbewerber vor der Tür bleiben muss", sagte der Minister am Mittwoch bei einer Informationsveranstaltung für angehende Studenten in Nürnberg.


Blick in einen Hörsaal der Uni Bamberg Foto: Archiv
Dass es in einigen Fächern im Grundstudium zu überfüllten Vorlesungen kommt, wollte er dennoch nicht ausschließen.

Allein im Jahr 2011, wenn sowohl Schüler des acht- als auch des neunjährigen Gymnasiums ihr Abitur machen, rechnet Heubisch bayernweit mit 76 000 Studienanfängern; im darauffolgenden Jahr seien es 72 000. Im kommenden Wintersemester dürften hingegen lediglich 60 000 Abiturienten an die bayerischen Unis drängen. Diese wappneten sich dafür mit 38 000 zusätzlichen Studienplätzen bis zum Jahr 2011. Das Uni-Personal solle bis zum nächsten Jahr um 3000 Mitarbeiter aufgestockt werden. Bis 2013 habe die Staatsregierung dafür eine Milliarde Euro zusätzlich bereitgestellt.

Um den Studienbeginn im kommenden Jahr zu entzerren, sollen die Absolventen des neunjährigen Gymnasiums 2011 schon früher ihr Abitur ablegen - und damit ihr Studium bereits im Sommersemester 2011 beginnen können. Das werde aber nicht überall und nicht in allen Fächern möglich sein. Wo und in welchen Fächern ausnahmsweise auch schon ein Studienstart im Sommersemester möglich wird, könne einer interaktiven Landkarte im Internet (www.studieren-in-bayern.de) entnommen werden. Dort seien bereits 300 entsprechende Studiengänge verzeichnet. Nicht möglich sei ein Sommersemester-Einstieg bei Numerus-Clausus-Fächern.

Zweifel an Heubischs Zusagen meldete unterdessen die bayerische SPD-Fraktion an. Die Unis im Freistaat seien völlig unzureichend für den Start des gemeinsamen Uni-Jahrgangs im Jahr 2011 gerüstet, kritisierte die SPD-Landtagsabgeordnete Isabell Zacharias. Die 38 000 Studienplätze hätten auch ohne die Sondersituation geschaffen werden müssen. Neben den Uni-Gebäuden und Einrichtungen sei auch die soziale Infrastruktur dem Studentenansturm im kommenden Jahr nicht gewachsen. Mensen müssten modernisiert und das Beratungsangebot ausgebaut werden. dpa



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