Frankens Kunst und Altbaierns Sturheit
02.02.2012 Von: Klaus Angerstein
Kulturgut Dürers "Selbstbildnis im Pelzrock" als Leihgabe nach Nürnberg? Aus München kommt ein Nein, genau so wie zu Überlegungen, sogenannte Beutekunst zumindest teilweise nach Franken zurückzuverlagern.

Die Argumentation der Verweigerer ist im Fränkischen sattsam bekannt.
Mit der gleichen Begründung wurde den Bambergern schon 2007 anlässlich ihres Bistumsjubiläums die Herausgabe der Glanzstücke des Bamberger Domschatzes verweigert. Anders als beim Dürer-Gemälde handelte es sich beim Domschatz um sogenannte Beutekunst-Kulturgüter also, die im frühen 19. Jahrhundert im Zuge der Säkularisation aus den früheren fränkischen Hochstiften und Reichsstädten nach München gebracht wurden.
Die Wunde klafft bis heute, zumindest nördlich der Donau. Da wäre es ein wenig Balsam gewesen, hätte der Franke seinen Dürer im Pelzrock einmal in Nürnberg bewundern dürfen. Das Nein aus München war dem Schwabacher Landtagsabgeordneten Karl Freller (CSU) denn auch zu viel. Er machte sein Ja zum geplanten neuen Münchner Konzertsaal abhängig von einem Ja zur Ausleihe von Dürers "Selbstbildnis im Pelzrock". Im speziellen Fall Dürer befürworteten auch die Minister Markus Söder (CSU) und Wolfgang Heubisch (FDP) die Leihgabe des Gemäldes.
Unmöglich dürfte das aus technischen Gründen jedenfalls nicht sein. Eine international tätige Kunstspedition bestätigte auf unsere Anfrage hin, derlei Gemälde durchaus schon transportiert zu haben.
Im Falle Dürers wird neben den Konservatoren allerdings das Haus Wittelsbach als Eigentümer das letzte Wort haben.
Und was wird aus dem fränkischen Herzogsschwert? Aus der Heinrichs- und der Kunigundenkrone? Aus Dürers apokalyptischen Reitern? Aus den Putten des Würzburger Hofgartens? Den Liedern Walters von der Vogelweide oder Wolfram von Eschenbachs Parzival und Willehalm?
Nach dem Streit um den Bamberger Domschatz hatte der Kulturausschuss des Landtags das Wissenschaftsministerium aufgefordert, eine Liste der bedeutenden Kunstgegenstände zu erstellen, die als Leihgabe oder dauerhaft nach Franken zurückkehren könnten. Das Wissenschaftsministerium hatte damals erklärt, dass Hauptwerke der abendländischen Malerei und der bildenden Kunst aus historischen Gründen ihren Aufbewahrungs- und Präsentationsort in München hätten. Zudem wurde auf die Eigentumsrechte des Hauses Wittelsbach verwiesen und - natürlich - auf konservatorische Gründe. Für Dürer in München scheint mehr zu sprechen.
Der Kommentar von Klaus Angerstein:
Mag ja sein, dass das Original der Heinrichskrone - weil zu fragil - nicht mehr transportiert werden kann. Trotzdem: Die Forderung nach Rückführung wichtiger fränkischer Kulturgüter steht weiter im Raum. Immer wieder sind es Ausstellungen und Jubiläen, die schmerzlich daran erinnern, dass viele Glanzlichter fränkischer Kultur inzwischen zu Ruhm und Ehre der Landeshauptstadt erstrahlen.
Es geht hier nicht darum, einigen unverbesserlichen fränkischen Separatisten das Wort zu reden. Es geht vielmehr um den berechtigten Wunsch einer Region, Zeugnisse ihrer großen Vergangenheit in möglichst umfassender Art und Weise zu präsentieren. Der Verdacht liegt nahe, dass oft genug eine sture und verbohrte altbayerisch geprägte Münchner Ministerialbürokratie Rück- oder Leihgaben zu verhindern weiß. Von der vom Kulturausschuss des Landtags dereinst geforderten Liste fränkischer Kulturgüter, die zurückgeführt werden können, ist nichts geblieben. Buchstäblich nichts.
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Kommentare
Geäffel
wegen der Krone wird ein Geäffel gemacht, dass einem schlecht wird.
Meine Vorfahren sind seit dem 16. Jahrhundert in der hiesigen Gegend ansässig, also bin ich ein Franke, oder? Dass ich aber deswegen nach einer Krone für einen längst ins ewige Jenseits Eingegangenen schreien müsste, sehe ich beim besten Willen nicht ein. Denn so gut, wie es manches Mal hingestellt wird, ist es den Franken (in der Verallgemeinerungsform) nicht ergangen. So sind z. B. während des Schwedeneinfalls 1632 ganze Familien in Pödeldorf, wo meine Vorfahren väterlicherseits ansässig waren, elendiglich zugrunde gegangen, während der feine Landesherr Fürstbischof Johann Georg II Fuchs von Dornheim (1623-1633) sich rechtzeitig aus dem Staub gemacht hatte und nach Spital am Pyhrn geflüchtet war.
Und ob es mit dem Kaiser Heinrich II. soweit her ist, wie immer behauptet wird, wage ich füglich zu bezweifeln. Die Krone, um die gestritten wird, hat er zudem zu Lebzeiten nie getragen, weil sie erst nach seinem Tod angefertigt wurde. Und ob die jetzt als Nachbildung in Gold oder als blecherne Krone oder Papierhelm hierherkommt, ist mir eigentlich wurscht. Die ganze Bande hatte doch sowieso nichts anderes im Sinn, als die kleinen Leute auszubeuten, damit sie selber in Saus und Braus leben konnten. Deswegen muss ich sie nicht noch einmal in den Himmel heben, wo sie ja schon lange (als Heilige!) sind.
Danke #14 Compagnion!
Aber wie soll man mit einem penetranten Stänkerer umgehen, der hier permanent sein Unwesen treibt, den aber die Redaktion nicht konsequent zur Ordnung ruft?
Zur Sache: den Artikel von Klaus Angerstein finde ich gut, den Separatistenvorwurf würde ich nicht so hoch hängen. Eigenbrötler findet man überall.
es reicht...
..mit den persönlichen Affronts und Kommentaren die nichts, aber auch gar nichts zum Kernthema des/der Artikel/s zu tun haben.
Bitte tragen Sie ihre Befindlichkeiten doch über ihre persönliche Mailbox aus und verschonen das Forum hier, das eigentlich dazu dient zu bestimmten Themen seine Meinung zu äußern. Private Debatten haben da nichts verloren.. - und es interessiert vermutlich diejenigen, die themenbezogen lesen und kommentieren auch nicht wirklich, was Sie sich zu sagen haben.
Haben Sie auch, #12 °Staffelberger°, bemerkt, dass Ihr gestriger Sprüche-Kommentar #11, …
´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´
… auf mysteriöse Weise mal wieder hier aus dem Blog genommen wurde?
Die Peinlichkeiten werden immer vielschichtiger!
Noch weiterhin ein schönes Wochenende, Herr „viel beschäftigter Dipl. Ing.“ Staffelberger!
(Wir gehen jetzt Schlittschuh fahren: … das haben wir uns verdient …)
#11, wer lesen kann ist klar im Vorteil!
Eigentlich geht es hier um des Kaisers Bart. Aber Sie müssen ja wie üblich besserwisserisch und unbedingt recht behalten. Fällt Ihnen nicht auf, daß bereits die verschiedenen Überschriften ('Streit um Dürerbild spitzt sich zu' vom 31.1. und 'Frankens Kunst und Altbaierns Sturheit' vom 2.2.) beweisen, daß es zwei verschiedene Artikel zum selben Thema sind? Anscheinend läuft Ihnen schon die Galle über, wenn Sie nur die Namen bestimmter Kommentatioren sehen, egal was geschrieben wird. Fürwahr kein Ausdruck von Alters-Souveränität, sich an solchen Unwichtigkeiten hochzuziehen.
Lügen haben Kurze Beine, #11
´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´
Bleiben Sie gefälligst bei der Wahrheit, °Staffelsteiger° und stoppen Sie Ihre Nebel-Werferei!
Ihre Behauptung „…danach wurde jedoch der Artikel komplett zurückgezogen um heute unter geänderter Überschrift neu eingestellt zu werden“ ist komplett falsch, was jedermann/frau selbst checken kann:
http://www.infranken.de/nachrichten/bayern/Streit-um-Duerer-Bild-spitzt-sich-zu;art179,246705,C
Und in Sachen „Beleidigungen“ halten Sie sich erst mal selbst den entsprechenden Spiegel vor … Sie mitsamt Ihren pflichtgemäßen Zu-Nickern!
Die arroganten Raubkunstsammler
haben wohl vergessen, daß Ihnen Franken nur durch die napoleonische Gebietsschacherei zugeschustert wurde. Die ledigliche Ausleihe des Meisterwerkes eines weltbekannten Franken in seine Heimat abzulehnen, ist eine schwer zu ertragende Beleidigung und Demütigung der loyalen Franken. Jetzt sollen gefälligst die politischen Karriereprofiteure aus der fränkischen CSU - Huml, Herrmann, Söder und Co. dafür sorgen, daß den selbstherrlichen Münchner Beuteverwaltern endlich die Grenzen aufgezeigt werden.
Daran wird man dann sehen können, wie weit es her ist mit den wohlfeilen Sonntagsreden zu praktisch allen Gelegenheiten.
Denselben Senf vom °Sabbelaffen° #7 haben wir doch vorgestern schon mal vorgesetzt bekommen:
´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´
#3 Staffelberger - 31.01.2012 22:28
Die Münchner Bierhirne
haben wohl vergessen, daß Ihnen Franken nur durch die napoleonische Gebietsschacherei zugeschustert wurde. Die ledigliche Ausleihe des Meisterwerkes eines weltbekannten Franken in seine Heimat abzulehnen, ist eine schwer zu ertragende Beleidigung und Demütigung der loyalen Franken. Jetzt sollen gefälligst die willfährigen politischen Karriereprofiteure aus Franken - Huml, Herrmann, Söder und Co. dafür sorgen, daß den oberbayerischen Bierhirnen die Grenzen aufgezeigt werden.
Daran wird man dann sehen können, wie weit es her ist mit den wohlfeilen Sonntagsreden.
Wirklich, *Staffelberger*, die Höhenluft kommt Ihrem Geistes-Reichtum nicht besonders zugute!
Quelle @ #8:
´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´´
http://www.infranken.de/nachrichten/bayern/Streit-um-Duerer-Bild-spitzt-sich-zu;art179,246705,C
Ach, Eulenhügel ...
... Meinst Du, Du kannst Deine Paranoia mal für zwei Sekunden in den Besenschrank stellen und über diesen Rousseau-Satz nachdenken:
"Beleidigungen sind die Argumente derer, die über keine Argumente verfügen."
???
Schade um Dich, wenn Du's nicht könntest.
Einer, der nach wie vor versucht, Dir wohl zu meinen.
In Franken gibt es keine Separatisten
Der Artikel gefällt mir recht gut, bringt er doch klar die bayerische Arroganz gegenüber Franken zum Ausdruck.
Völlig fehlangebracht Herr Angerstein ist allerdings ihr Geschwätz von den unverbesserlichen fränkischen Separatisten. Unser Grundgesetz sieht nach Art. 29 explizit die Möglichkeit der Neuordnung der Bundesländer zu. Wenn sich Franken auf das Grundgesetz berufen und sie als Journalist diese dann als unverbesserliche fränkische Separatisten diffamieren, zeugt das nicht gerade von einem gesunden Demokratieverständnis. Ich jedenfalls kenne keinen einzigen Franken, der sich von Deutschhland trennen will. Südlich der Donau sieht das schon anders aus...
Bayerisches Räuberwesen
...... und wer dann noch die CSU wählt, wählt wohl auch die Partei, die Raubzüge unter anwendung von Waffengewalt mit für legitim hält. Unsere höchste Verehrung für das Haus Wittelsbach. Wie eine Räuberfamilie zu Reichtum und Ansehen kam. Wär doch mal ein ander Titel einer historischen Dokumentation anstatt Geschichten einer bayerischen Geschichtssendung, der wir Franken erst seit 200 Jahren angehören. Einer Kultur, die mehr hergab als Bauerndörfer und Lederhöschen südlich der Donau. Kultur holte man sich erst mit den napoleonischen Truppen und deren Waffenhilfe.
bayrische Sturheit wo Kooperation gefragt wäre..
...aber dann wollen die schwarz-bayrischen Gschaftlhuber selbstverständlich unsere Wählerstimmen...
Das fränkische Herzogsschwert nicht nach Würzburg ausgeliehen, die (fränkische) Heinrichskrone zur bald stattfindenen 1000jährigen Bamberger Bistumsgründungs-Feier auch abgelehnt zur Ausleihe, und nun zur Dürerausstellung das Selbstbildnis Dürers ebenso..
Muß man die schwarzbayrische Mentalität noch weiter kommentieren...???!!!! - Mehr als mia san mia (bloß, dahinter iss leider nix..) bringen die ja eh nicht zustande, deshalb müssen sie sich mit fränkischen, geraubten, Kulturgut schmücken..
Da zeigt sich mal wieder recht deutlich: die da unten haben zwar Berge, aber den Horizont, den haben wir - und nur der ermöglicht, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen...
Ja spinn ich - oder wer?
Immer wieder les ich von einer "Wittelsbacher Stiftung", jetzt gar von "Eigentumsrechten des Hauses Wittelsbach". Sollen damit die räuberischen Beutezüge dieser "Wahnsinns"-Dynastie in unserem demokratischen(?) "Freistaat" quasi legitimiert werden? Gegenüber anderen Staaten reden wir von "Beutekunst" etc., aber im schönen Baiern wird das Berauben ganzer Landstriche durch die Okkupationsmacht nachträglich zum republikanischen Staatsgesetz gemacht? Da muss man kein "Separatist" sein, um seine heilige (demokratisch legitimierte!) Wut zu kriegen!
Zu schnell geschrieben
... sollte demokratisch legitime Wut heißen...
Herrn Angerstein
ist natürlich zuzustimmen. Danke für die Offenheit! Ich Frage mich nur, was das Gerede von "fränkischen Separatisten" soll. Wer will denn in Franken einen Teil des deutschen Staatsgebietes abtrennen? Etwa die fränkischen Anhänger der Bayernpartei?
Er meint natürlich die Leute, die eine Neugliederung nach Art. 29 GG fordern. Das sind begrifflich keine Separatisten. Weil sich das Wort aber so schön böse anhört, konnte er es sich wohl nicht verkneifen.
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