Wintereinbruch in den Alpen

31.08.2010     inFranken.de

Wetter In den bayerischen Alpen hat es bis in mittlere Lagen hinunter geschneit. Der plötzliche Wintereinbruch hat eine deutsche Bergsteigerin das Leben gekostet.


Neuschnee ist am Dienstag (31.08.2010) auf der Zugspitze bei Garmisch-Partenkirchen zu sehen. Foto: Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG
Schneedrama statt Sommerurlaub: Ein plötzlicher Wintereinbruch in den Alpen hat eine deutsche Bergsteigerin das Leben gekostet. Die Brandenburgerin erfror in der Nacht zum Dienstag in Tirol in hüfthohem Schnee, teilte die Polizei in Sölden mit. Auch in Bayern und anderen Teilen Österreichs fielen zum Ende des Monats August bis in mittlere Lagen weiße Flocken vom Himmel.

Die Frau war mit fünf anderen Urlaubern aus dem brandenburgischen Woltersdorf bei Erkner am Montagabend an der Wildspitze in der Nähe von Sölden unterwegs, berichtete die Polizei. Dabei seien die Bergsteiger zwischen 25 und 55 Jahren in die Dunkelheit und dichtes Schneetreiben gekommen. Sie verirrten sich und setzten in der Nacht einen Notruf ab.

Die Bergretter kämpften sich zu Fuß stundenlang durch das Schneetreiben zu den Urlaubern durch, die alle miteinander verwandt oder gut befreundet sein sollen.

"Es waren so richtig winterliche Bedingungen, der Schnee hat von Meter zu Meter zugenommen", sagte Bergretter Josef Fiegl dem ORF Radio. Gegen zehn Uhr morgens hatten die Retter dann alle verirrten Bergsteiger gefunden. Die Frau war in der Nacht mit 70 Zentimetern Neuschnee an Erschöpfung und Unterkühlung gestorben.

Wegen des weiterhin schlechten Wetters brachte die Bergwacht die Überlebenden zunächst zu einer Hütte. "Sie sind physisch sehr gut beisammen, aber natürlich psychisch sind sie sehr mitgenommen", sagte Fiegl. Im Laufe des Dienstags stiegen sie dann ins Tal ab. Ein Hubschrauber soll die Leiche bergen, sobald sich das Wetter bessert. Warum die Urlauber erst spät nach Mitternacht - als sie bereits tief im Schnee steckten - die Retter alarmierten, ist noch unklar.

Auch in anderen Teilen Österreichs und Bayerns fiel bis auf 1200 Meter Schnee und die Temperaturen stürzten ab.

"Auf höher gelegenen Passstraßen muss man sich auf winterliche Fahrverhältnisse einstellen und auch für das Weidevieh auf den Hochalmen könnte der Schnee zu einem Problem werden", warnte die Wetterforscherin Claudia Riedl von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien. So viel Schnee im August kam nach ZAMG-Aufzeichnungen in Österreich zuletzt 1995 vor.

"Dass es im August so weit runter schneit, ist ungewöhnlich. Für die Jahreszeit ist es deutlich zu kalt", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in München.

Liegen geblieben sei der Schnee allerdings nur oberhalb von etwa 1800 Meter. Auf der 2962 Meter hohen Zugspitze fielen über Nacht rund 55 Zentimeter Neuschnee. In Österreich waren mehrere Passstraßen gesperrt.

Das Weiß auf den Berggipfeln wird sich nach den Prognosen der Experten aber nicht lange halten. Bereits von Mittwoch an sollen die Temperaturen langsam ansteigen. In der kommenden Woche soll es dann deutlich wärmer werden.




Drucken Artikel Versenden Abo bestellen
Stichworte zum Thema Kälte | Sommer | Herbst
 

Weitere Artikel zum Thema suchen



Alternative Suche im Zeitungsarchiv
Hinweis: für Epaper-Abonnenten kostenlos


Kommentare


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Kommentieren


Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)

Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:
Kundennummer:
Anrede:
Frau Herr  
Vorname:
Nachname:
Zusatz (z.B. Firma):
Straße/Hausnr.:
PLZ/Ort:
Ich bin mit den AGB und der Netiquette einverstanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Wieviel ist 3 + 4 + 6: 




Nachrichten aus Ihrer Umgebung
Bad Kissingen Schweinfurt Kitzingen Haßberge Bamberg Erlangen-Höchstadt Forchheim Bayreuth Kulmbach Lichtenfels Coburg Kronach
09.02. 10.02. 11.02. mehr Wetter
Tagsüber stark bewölkt heiter heiter
Abend stark bewölkt heiter heiter
Nacht stark bewölkt sonnig sonnig
Ihre Meinung zählt
Haben sie Fragen, Anregungen oder Tipps zu inFranken.de? Dann schreiben Sie uns bitte. Denn ihre Meinung zählt!
Hier geht es zum Formular