In Bayern fehlen 4000 Pflege-Fachkräfte

07.02.2012     

Senioren Der Fachkräftemangel betrifft nicht nur Ingenieure, Mathematiker und Naturwissenschaftler. In einer alternden Gesellschaft werden auch Pflegefachkräfte rar. Schon heute fehlen tausende. Experten fürchten, dass die Qualität der Pflege deshalb in den nächsten Jahren abnimmt.

Der Arbeitgeberverband Pflege schlägt Alarm: In Bayern fehlen bereits heute rund 4000 Pflegefachkräfte. Bis zum Jahr 2020 werde sich die Lücke auf mindestens 10.000 vergrößern, sagte Verbandspräsident Thomas Greiner am Dienstag in München. Aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten sei es in München am schwierigsten, geeignetes Personal zu finden.
"Fehlende Fachkräfte führen zu Mängeln in der Qualität", warnte Greiner. Unter der Annahme einer Fluktuation von zwei Prozent würden 2020 sogar 19.000 Pflegefachkräfte fehlen. Der Verbandspräsident appellierte deshalb an die bayerische Staatsregierung, das Schuldgeld für die dreijährige Ausbildung abzuschaffen. "Das ist absolut kontraproduktiv", kritisierte er. Für einen Automechaniker sei es unvorstellbar, für die Ausbildung zu bezahlen. Zudem fordert der Arbeitgeberverband die Anerkennung von Abschlüssen aus anderen EU-Ländern, wo dem Examen meist eine vierjährige Ausbildung vorausgehe, sowie eine schnellere und unbürokratischere Weiterqualifizierung zur Fachkraft für Pflegehilfskräfte. Hilfskräfte, die seit mehreren Jahren im Beruf arbeiten, sollten binnen eines Jahres zur Fachkraft aufsteigen können.
Der Arbeitgeberverband Pflege vertritt seit 2009 die acht größten privaten Pflegeunternehmen in Deutschland und den Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). 2009 - jüngere Daten liegen nicht vor - gab es in Bayern 1633 stationäre Pflegeheime mit 125.000 Plätzen. Ein Drittel davon wird von privaten Anbietern betrieben.
Auch an ihrem Image müsse die Branche arbeiten, forderte Greiner. Auf Nachrichten über Mängel in Pflegeeinrichtung mit immer mehr Kontrollen zu antworten, sei jedoch der falsche Weg. Der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) und die Heimaufsicht sollten sich vielmehr zusammentun und gemeinsam transparente und für alle verständliche Berichte verfassen. Der Arbeitgeberverband Pflege hatte seine Mitglieder aufgerufen, gegen die getrennte Begutachtung zu klagen.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshofs (VGH) gab jüngst der Trägerin von zwei stationären Pflegeheimen statt. Behörden dürfen Prüfberichte über Alten- und Behindertenpflegeeinrichtungen demnach nicht veröffentlichen. Zunächst müsse dafür eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden (Az.12 CE 11.2685 und 12 CE 11.2700). dpa


Drucken Artikel Versenden Abo bestellen
 

Weitere Artikel zum Thema suchen



Alternative Suche im Zeitungsarchiv
Hinweis: für Epaper-Abonnenten kostenlos


Kommentare

 
7  Kommentare  
Sortierung: 
 

RBBamberg - 08.02.2012 15:30    (0)   
 

Natürlich gibt es Hartz IV-Empfänger, die jahrzehntelang
gearbeitet haben und es ist eine Schande von rot-gün (mit Hilfe der Union) gewesen, diese Leute überhaubt auf Hartz IV zu setzen. Diese Menschen müssten - ihrem früheren Verdienst und Leistung entsprechend - mehr bekommen.
Aber ich denke an viele Hartz IV Empfänger ohne Ausbildung und ohne bisherige Leistung. Es ist ein Skandal, dass diese Leute über Jahre hinweg ohne Gegenleistung versorgt werden.
Es wird Zeit, dass hier deutlich strenger durchgegriffen wird.
Man sollte diesen Leuten die Unterstützung auch nur auf Darlehensbasis geben.

Octopus - 08.02.2012 09:21    (0)   
 

auf Qualifikation kommt es an
@ #1 RBBamberg:

Ich vermute, dass dies wegen zu geringer Qualifikation und oftmals wegen zu hohen Alters nicht geht: Wer über 50 ist hat auf dem Arbeitsmarkt fast keine Chancen mehr. In dem Beitrag ist übrigens die Rede von PflegeFACHkräften. Die Ausbildung dauert 3 Jahre, gefordert wird heute meist die mittlere Reife.

Dass Hartz IV-Empfänger ohne Gegenleistung auf Kosten der Gesellschafft leben würde ich nicht so pauschal sagen, haben doch viele zuvor über Jahrzehnte gearbeitet und Sozialbeiträge gezahlt.
Sie kamen erst später in diese unangenehme Lage.
Bestritten wird allerdings nicht, dass es auch Hartz IV-Empfänger gibt, die einfach nicht arbeiten wollen.

@ #gullymax:

Jemanden als "Dummbeutel" zu bezeichnen, nur weil er eine andere Auffassung vertritt, finde ich nicht richtig - dies nur nebenbei bemerkt.
Was die Bezahlung anbetrifft.
Es handelt sich, wie bereits erwähnt, um FACHKRÄFTE
(also keine Pflegehelfer !)
Dass eine Fachkraft mehr verdient als eine Hilfskraft ist völlig verständlich. Eine Angehörige von mir arbeitet als gelernte Altenpflegerin in einem mittelfränkischen Seniorenheim. Sie ist Anfang 50, verheiratet, 2 Kinder und übt diesen Beruf seit 1977 aus.
Ihr Bruttoverdienst monatlich: ca. 3.100 - 3.400 €.
Kindergeld ist nicht dabei. Ihr Arbeitgeber ist eine kirchliche Einrichtung.

Roth - 08.02.2012 09:48    (0)   
 

3.400 Euro brutto sind heute ein TOP-Verdienst ...
... wenn man bedenkt, dass darin enthaltene Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge sozialversicherungs- und steuerfrei gezahlt werden. Also biiie die Kirche im Dorf lassen, wenn Ärzte, die über die Zeitarbeit eingestellt sind, weit weniger - ca. 2.800 Euro brutto - verdienen.

RBBamberg - 07.02.2012 18:53    (0)   
 

Unter den hundertausenden von Hartz IV-Empfängern
in Bayern, wird man doch 4.000 finden, die willig und fähig sind, die Lücken zu füllen. Warum greift man nicht stärker auf diesen Personenkreis zurück, der oft schon viele Jahre lang mit ihren ganzen Familien ohne Gegenleistung auf Kosten der Gesellschaft lebt.

Hurz79 - 18.02.2012 13:44    (0)   
 

Ist ja klar!
Wenn einige hier ihr Auto in die Werkstatt geben und da dann Hartz IV Empfänger dran rumschrauben möchte ich mal den Aufschrei erleben. Aber auf Alte und Kranke will man solche Leute loslassen? Da sieht man mal wieder den Stellenwert alter und kranker Menschen in Deutschland! Ich habe persönlich nichts gegen Hartz IV Empfänger, bin aber selber in der Pflege als Fachkraft tätig. Und das was heute in der Ausbildung und auch durch Prüfinstitutionen verlangt und geprüft wird verlangt hochqualifizierte Bewerber. Wenn sich nicht endlich etwas an der Bezahlung ändert wird sich der Fachkräftemangel noch weiter verschärfen. Ich tue meine Arbeit gern, aber es ist nunmal so das die Hauptmotivation zu arbeiten darin liegt wie viel man verdient. Es ist zwar nicht das wichtigste aber eben wichtig. Und von den 3400 Euro brutto im Monat die oben erwähnt wurden kann ich nur träumen!

gullymax - 07.02.2012 20:03    (0)   
 

Soso
Aber was hälst denn von ordentlicher Bezahlung der Pflegekräfte?

Mann bist du ein Dummbeutel!

RBBamberg - 08.02.2012 15:34    (0)   
 

Um nicht zu arbeiten, findet sich für manche immer eine
Begründung.

Kommentieren


Titel:
Text:
 
(noch Zeichen)

Unregistrierte Nutzer
 
 

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:  *
gewünschtes Passwort:  *
Wiederholung Passwort:  *
E-Mail:  *
Kundennummer:
Anrede:
Frau Herr  
Vorname:
Nachname:
Zusatz (z.B. Firma):
Straße/Hausnr.:
PLZ/Ort:  *
Ich bin mit den AGB einverstanden.:  *


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Dividieren Sie 18 durch 3: 




Nachrichten aus Ihrer Umgebung
Bad Kissingen Schweinfurt Kitzingen Haßberge Bamberg Erlangen-Höchstadt Forchheim Bayreuth Kulmbach Lichtenfels Coburg Kronach
21.05. 22.05. 23.05. mehr Wetter
Tagsüber heiter sonnig Gewitter
Abend heiter sonnig Gewitter
Nacht wolkig heiter Gewitter
Ihre Meinung zählt
Haben sie Fragen, Anregungen oder Tipps zu inFranken.de? Dann schreiben Sie uns bitte. Denn ihre Meinung zählt!
Hier geht es zum Formular