Hochzeits-Rekordzahl am 9.9.2009

30.07.2010     inFranken.de

Soziales Das magische Datum war zugkräftig: Am 9.9.2009 haben sich in Bayerns Standesämtern insgesamt 1856 Paare das Ja-Wort gegeben. Dies war die höchste Eheschließungszahl pro Tag im vergangenen Jahr, wie das Statistische Landesamt am Freitag in München mitteilte.


Ein frisch vermähltes Hochzeitspaar hält die Hände mit den Trauringen über den Brautstrauß. Foto: dpa
Im gesamten Jahr 2009 gingen 58.812 Paare den Bund fürs Leben ein - das waren 0,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Das Jahr 2009 war nach Angaben der Statistiker auch von einem merklichen Rückgang der Geburten bei gleichzeitig etwas höheren Sterbefallzahlen geprägt. 103.710 Babys kamen demnach im vergangenen Jahr in Bayern zur Welt - das waren 2588 Neugeborene oder 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Demgegenüber erhöhte sich die Zahl der Sterbefälle um 1385 (plus 1,1 Prozent) auf 122.494. Damit ergab sich für die natürliche Bevölkerungsentwicklung (Lebendgeborene minus Gestorbene) im Freistaat ein erneut angewachsenes Geburtendefizit von nunmehr minus 18 784 Personen.

Unter den Neugeborenen waren 50.398 Mädchen und 53.312 Jungen. Von den insgesamt 103.710 neuen Erdenbürgern wurden knapp 77.700 Kinder von verheirateten Müttern zur Welt gebracht, rund 26.000 von unverheirateten Müttern.

Der Anteil der in einer nichtehelichen Familie zur Welt gekommenen Kinder erreichte mit 25,1 Prozent seinen höchsten Wert seit 1950. Innerhalb der letzten 20 Jahre habe sich dieser Anteil mehr als verdreifacht, betonten die Statistiker. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass mittlerweile etwa 47 Prozent der von unverheirateten Müttern geborenen Kinder durch eine spätere Heirat der Eltern in eine Ehepaarfamilie hineinwachsen.

"Es freut mich, dass die Eheschließungen in Bayern 2009 zugenommen haben, die Tendenz weiter rückläufiger Geburtenzahlen sollte die Gesellschaft aber aufhorchen lassen", betonte Bayerns Sozial- und Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) in einer Stellungnahme.

Sie fordert einen gesellschaftspolitischen Klimawechsel: "Der Lebensentwurf Kind darf nicht als Last, sondern muss stärker als Lust und Freude und Erfüllung thematisiert werden", betonte die Ministerin. "Zuversicht werden wir nur erreichen, wenn die Familien feststellen, dass Familienfreundlichkeit Realität ist und über Lippenbekenntnisse hinausgeht." Dafür müssten Kollegen und Kolleginnen in Teilzeit die gleiche Wertschätzung genießen wie Vollzeitkollegen, und Elternzeit dürfe der Karriere keinen Abbruch tun. Wichtig sei auch, dass Kinder lärmen dürfen und Familien bei Vermietern willkommen sind. dpa



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