Gribkowsky nicht verhandlungsfähig

10.02.2012   Ort: München     

Prozessunterbrechung Ex-Bankvorstand Gribkowsky kann nicht mehr: Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte dem Angeklagten Verhandlungsunfähigkeit. Der Prozess wegen Millionenzahlungen in der Formel 1 wurde unterbrochen.


Der frühere Risikomanager der BayernLB, Gerhard Gribkowsky Foto: dpa
Der Prozess gegen den ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky wegen dubioser Millionenzahlungen in der Formel 1 ist nach Anhörung eines Psychiaters unterbrochen worden. Das Landgericht München setzte die Verhandlung bis Ende Februar aus. Gribkowsky sei derzeit nicht verhandlungsfähig, sagte sein Anwalt Daniel Amelung am Freitag.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatte der psychiatrische Gutachter Cornelis Stadtland dem Gericht über die Verfassung Gribkowskys berichtet. Der Bankmanager sitzt seit mehr als einem Jahr in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim in Untersuchungshaft. Weil er Formel-1-Chef Bernie Ecclestone zu Unrecht 66 Millionen Dollar überwiesen und dafür heimlich 44 Millionen Dollar Schmiergeld kassiert haben soll, steht er seit Oktober wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung vor Gericht.

Alle vier geplanten Verhandlungstermine in den beiden kommenden Wochen wurden abgesagt. Am 27. Februar soll Psychiater Stadtland erneut berichten, ob Gribkowsky verhandlungsfähig ist. Danach entscheidet das Gericht, ob der Prozess fortgesetzt wird.

Da der promovierte Jurist zu den Hintergründen der Millionenzahlung schweigt, muss das Gericht Dutzende Zeugen verhören. Zweimal wurde der Prozess bereits verlängert. Freitag war bereits der 29. Verhandlungstag, weitere Termine bis April sind geplant.

Seine Anwälte hatten bereits vor Wochen die Aussetzung des Prozesses gefordert und sich bei den Richtern über das rasche Tempo des Verfahrens mit zwei bis drei Verhandlungstagen pro Woche beklagt. Das bringe den 53-jährigen Angeklagten an seine körperlichen und psychischen Grenzen, weil er an diesen Tagen ohne Frischluft von früh bis spät in den Kellergewölben des Gerichtsgebäudes ausharren und sich sein Trinkwasser aus dem Waschbecken im Klo abzapfen müsse. "Das ist eine Zumutung", sagte Anwalt Rainer Brüssow.

Auch die Ernährung lasse an den Verhandlungstagen zu wünschen übrig, weil Gribkowsky frühmorgens mit dem Gefangenentransport in Stadelheim abgeholt werde. Die Anwälte haben Gribkowsky meist Brötchen oder Brezen ins Gericht mitgebracht, die er dann während des Prozesses aß. Nach Angaben der JVA wird das Frühstück an die Gefangenen aber bereits mit dem Abendessen am Vorabend ausgeteilt, morgens gebe es nur noch Kaffee. "Hungern braucht bei uns keiner", sagte der Justizvollzugsbeamte Hermann Wals. dpa


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Kommentare

 
8  Kommentare  
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neuer - 12.02.2012 10:34    (0)   
 

Noch was!
Deutschland kann sich auf die gleiche Schiene , wie manche Mittel-Südamerikanische Staaten stellen!In bezug auf käuflichkeit.

neuer - 12.02.2012 10:30    (0)   
 

Wahnsinn!
Geklüngel vom kleinsten Gemeinderat quer durch alle Institutionen bis zum Bundespräsidenten! Selbst vor Gerichten wird nicht Halt gemacht.

Karl_Kraus - 11.02.2012 23:04    (0)   
 

Ist Gribkowski etwa ein gaaanz toller Freund ...
... von Christian Wolffskin und testet nun für seinen "Krischan", wie schnell man eine justizfest ernstgenommenwerdende Krankheit herbeibegutachtert kriegt. Gesundheitliche Gründe wären nämlich Wulffs einzige Option, bei einem Rücktritt den "EHREN"-Sold zu behalten.

AMG - 11.02.2012 20:58    (0)   
 

Wasser und Brot?
Nee Leute,

meine Oma hätte in so einem Fall für die Ernährung nur eiserne Klöß und Stecknadelsbrüh gereicht..
aber nur sonntags.

.. selbstverständlich nur aus biologischem Anbau.
grinsen was anderes gab es vor 40 Jahren noch nicht.

Ich möchte hier nicht den großen Moralapostel spielen. Keiner ist in einem gewissen Rahmen unbestechlich, aber was hier gelaufen ist, übersteigt alle Grenzen. Nein, nicht Rübe ab mit ihm, sondern mit einem Badeboot und 2 Flaschen Wasser an Bord mitten im Atlantik aussetzen. Da kann er sich eine neue Heimat suchen.

bpquax - 11.02.2012 19:44    (0)   
 

Die arme Sau
man sollte ihm Federn in den Arsch blasen!

Auweia - 11.02.2012 20:14    (0)   
 

oder
noch besser ein Fuder Heu... grinsen

Meckerer - 11.02.2012 09:29    (0)   
 

Die Korruption......
Wann werden endlich die Gutachter verboten.
Das ist doch verarscherei hoch drei. Denkt der Angeklagte er sitzt in einen 5 Sterne Hotel. Dieser korrupte Nadelstreifenangeklagter muß nicht auf der Anklagebank sitzen, man kann ihn doch unter abwesendheit doch auch verurteilen. Normal müssten sie alle Wasser und Brot im Knast bekommen, dass wäre Gerecht.

Roth - 11.02.2012 17:43    (0)   
 

übertreiben brauchen wir nicht ....
... nur Wasser und Brot im Knast war vorgestern. Aber hier hat ein früherer Bankmanager halt ganz falsche Vorstellung vom Gefängnis und von Gerichtsterminen. Ob er vielleicht nicht nur verhandlungsunfähig "spielt" und darauf setzt, dass der Prozess "platzt". Nach einer Pause von mehr als 3 Wochen - nach minbdestens 10 Verhandlungstagen (wie hier) von mehr als 4 Wochen - muss der Prozess wieder von vorne beginnen.

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