FDP jubelt über ihr bestes Ergebnis in Bayern

27.09.2009   Ort: Importartikel  Von: Britta Schultejans, dpa  inFranken.de

Bundestagswahl Der Jubel bei Bayerns FDP ist ohrenbetäubend, als am Sonntag die ersten Hochrechnungen nach der Bundestagswahl bekanntwerden. Es reicht für Schwarz-Gelb im Bund, und im Freistaat liegen die Freien Demokraten bei 15 Prozent - ein Rekordergebnis.


Die Anhänger der bayerischen FDP um Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (vorne, l-r), den Bundestagsabgeordneten Rainer Stinner, Wirtschaftsminister Martin Zeil und den Landtagsabgeordneten Tobias Thalhammer feiern am Sonntag (27.09.2009) auf einer Wahlparty in München (Oberbayern) das Abschneiden ihrer Partei bei der Bundestagswahl. Foto: Andreas Gebert/dpa
„Das ist der Hammer“, ruft Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil, als er seinem Kabinettskollegen, Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, um den Hals fällt. „15 - 15 - 15“ brüllen die FDP-Anhänger und: „Oh, wie ist das schön!“ Bei der Bundestagswahl 2002 schaffte es die FDP in Bayern nur auf 4,5 Prozent, 2005 waren es 9,5 Prozent.
„Bayern ist zu einer FDP-Hochburg geworden“, sagt die Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die an diesem freudigen Tag für ihre Partei in Berlin weilt. Und die Generalsekretärin der bayerischen FDP, Miriam Gruß, fügt in München hinzu: „Eine Alleinregierung einer Partei in München ist heute in ganz weite Ferne gerückt.“ Dauerhaft könne die CSU, die mit 41 bis 42 Prozent ein historisch schlechtes Ergebnis in Bayern einfuhr, nur mit Hilfe der FDP regieren. „Dieser Tag zeigt: Die Landtagswahl war kein Betriebsunfall.“ Im vergangenen Jahr hatte die FDP mit 8 Prozent den Sprung in den Landtag geschafft. „Heute ist das Grinsen noch ein bisschen breiter“, sagt Gruß.
Der „betont sachliche, themenorientierte Wahlkampf“ habe zu dem Erfolg ihrer Partei geführt, waren sich die FDP-Politiker einig. Anders gesagt: Die Attacken der CSU auf ihren Koalitionspartner in der Staatsregierung haben auch ihren Teil zum guten Abschneiden der FDP beigetragen. „Der Versuch der CSU, unsere Wähler zu verunsichern, ist zu Recht gescheitert“, sagt Leutheusser-Schnarrenberger. Zeil wird deutlicher: „Das ist die Botschaft dieses Abends, dass die Menschen nichts mehr dickhaben als kleinliche Streitereien.“
Die CSU und namentlich auch Ministerpräsident Horst Seehofer hatten ihren Koalitionspartner vor der Wahl scharf attackiert und angekündigt, der FDP aggressiv Wähler abwerben zu wollen. „Das haben die Menschen nicht verstanden, dass die CSU ihr Pulver verschießt und uns attackiert und nicht den politischen Gegner“, sagt Gruß.
„Wir haben gezeigt, dass wir uns nicht auf dieses Niveau von persönlichen Angriffen herablassen“, betont Zeil und bedankt sich bei der CSU für deren „Unterstützung“: „Wir hatten viele Unterstützer - manche freiwillige, manche unfreiwillige - aber ich bedanke mich bei jedem Unterstützer.“ Eine FDP-Anhängerin ist direkter. Als das schlechte CSU-Ergebnis bekannt wird und dass die meisten abtrünnigen CSU-Wähler zur FDP abgewandert sind, sagt sie: „Da ist Seehofer dran schuld.“
Zeil erhofft sich aus dem Wahlergebnis auch eine entspanntere Zusammenarbeit der schwarz-gelben Koalition in Bayern. „Ich denke, dass es jetzt rasch möglich sein wird, zu einer vernünftigen und verantwortungsvollen Zusammenarbeit zurückzukehren.“


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