Bad Kissingen
Umwelt

Bienen nicht angemeldet: Imker soll zahlen

Die Vorschriften dienen dem Seuchenschutz.
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Bienen an einem Bienenstock  Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Archiv
Bienen an einem Bienenstock Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Archiv
VON Isolde Krapf

Bad Kissingen — Zwei Bienenstöcke stellte ein Hobbyimker vor einiger Zeit nichtsahnend in der Flur einer Kreis-Gemeinde auf. Das hat für ihn jetzt unangenehme Folgen. Weil er die Völker nicht beim Veterinäramt Bad Kissingen anmeldete, droht ihm eine Geldbuße von 100 bis 150 Euro. Es ist grundsätzlich nicht verboten, Bienenstöcke in der freien Natur aufzustellen, sagt Veterinäroberrat Richard Roider auf Anfrage. Doch man sollte an den Kästen seine Adresse hinterlassen. Zudem ist es wichtig, sich den Standort amtlich bescheinigen lassen. Das ist laut Roider wegen einer möglichen Seuchengefahr sogar vorgeschrieben.

Bienenkrankheiten drohen

In dem erwähnten Fall handelte es sich um zwei Bienenvölker, die nach Angaben des Veterinärs zudem noch äußerst ungünstig im Schatten aufgestellt worden waren. Denn Bienen brauchen beides, ein verträglich Maß an Sonne und Schatten, sagt Roider. Seiner Ansicht nach ist es wichtig, dass man das Thema öffentlich diskutiert, denn nicht jeder angehende private Imker ist darüber informiert: "Bei jeder Bienenwohnung müssen wir wissen, wem sie gehört und wie der Seuchenstatus ist."
Dass dies keine übertriebene Vorsichtsmaßnahme ist, beweisen die Vorgänge in Gefäll. Vor vier Monaten wurde das Dorf und ein Radius von einigen Kilometern um den Ort zum Sperrgebiet erklärt. Denn bei ein paar Imkern hing die Faulbrut in den Waben. Alle Völker im Umfeld dieser befallenen Bienenstöcke müssen dann beobachtet, ja teils sogar getötet werden, damit die Seuche eingedämmt wird und sich nicht im ganzen Landkreis oder gar darüber hinaus verbreitet, sagt Kreisvorsitzender Erhard Bieber (Maßbach).
Die Bienenstöcke amtlich überprüfen zu lassen, bevor man sie zu Hause oder im Wald aufstellt, hält auch der Kreis-Bienengesundheitswart Matthias Kleinhenz (Waldfenster) für unabdingbar. Rund um die zuerst befallenen Völker wies man schon im April ein Sperrgebiet aus, das sich zwischen Gefäll, Stangenroth und Langenleiten erstreckt. Jeder Imker, jedes Volk wurde seither untersucht, manche werden immer noch beobachtet, sagt Kleinhenz. Der Sperrbezirk wird wohl noch bis Frühjahr 2015 bestehen bleiben.

Varroa-Milbe weiter aktiv

In und um Gefäll mussten bislang 40 Völker von vier Imkern vernichtet werden, beschreibt der Bienenfachmann das Ausmaß der Bienenkrankheit. Als wichtig erachtet er in diesem Zusammenhang, dass Imker leere Bienenkästen in der Flur fest verschließen, damit sich kranke Tiere auf Futtersuche nicht dorthin verirren und die Faulbrut einschleppen. Doch nicht nur die Faulbrut hält die Imker im Landkreis in Atem. Auch die Varroa-Milbe ist nach wie vor in den hiesigen Bienen-Beständen aktiv, sagt Kreisvorsitzender Bieber. "Die kriegen wir auch nicht so schnell los."
Aktuell gibt es 250 Imker in den neun Ortsverbänden im Landkreis.
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