Mittwoch, 12. Juli 2017 07:59

Stellenabbau in Bayreuth: BAT verlagert erste Maschinen nach Osteuropa

Vor einem Jahr schockierte die Ankündigung des Tabakherstellers BAT die ganze Region Bayreuth: 950 Beschäftigte sollen gehen. Was ist seitdem passiert?
"Ausbeutung, Asozial, Profitgier" ist auf einem Plakat von Mitarbeitern des Zigarettenherstellers British American Tobacco (BAT) am 22.07.2016 in Bayreuth (Bayern) während einer Protestkundgebung gegen einen geplanten Stellenabbau zu lesen. Nun wurden erste Maschinen verlagert. Foto: Daniel Karmann/dpa

von DPA
Bayreuth - Der vor einem Jahr angekündigte Stellenabbau im Bayreuther Werk des Tabakherstellers British American Tobacco (BAT) ist im vollen Gange. Wie eine Sprecherin des Konzerns sagte, werden bereits erste Maschinen an die neuen Produktionsstandorte in Osteuropa verlagert. Zahlreiche Mitarbeiter seien bislang in eine Transfergesellschaft gewechselt.

Dort werden ihnen Weiterbildungsangebote zur beruflichen Neuorientierung gemacht. In Zusammenarbeit mit der Stadt, der Arbeitsagentur sowie der Landes- und Bundespolitik sei außerdem eine Jobbörse mit bislang 400 Stellenangeboten in der Region entstanden. Hier gab es nach BAT-Angaben bereits zahlreiche Vermittlungserfolge.

BAT hatte im Juli des vergangenen Jahres angekündigt, in seinem Bayreuther Werk 950 Stellen abzubauen. Die Produktion von Fertigzigaretten und ausgewählten Halbfabrikaten werde in die bereits bestehenden Fabriken in Polen, Ungarn, Rumänien und Kroatien verlagert, hatte es damals geheißen.

In den osteuropäischen Werken wird seit Beginn des Jahres stufenweise mit der Fertigung der Produkte begonnen, die bislang aus Bayreuth kamen. Über die genaue Zahl der Beschäftigten, die BAT bereits verlassen haben oder in die Transfergesellschaft gewechselt sind, machte das Unternehmen keine Angaben. Mit bislang 1400 Mitarbeitern war BAT in der Vergangenheit der größte private Arbeitgeber der Stadt Bayreuth. Die Ankündigung des großen Stellenabbaus hatte vor einem Jahr zu großer Aufregung geführt. Stadt, Wirtschaftskammern und die Universität reagierten mit einem Innovationsprogramm, um zum Beispiel Existenzgründer in der Region zu unterstützen.