Freitag, 02. Dezember 2016 11:04

Weniger Häftlinge in Bayern - aber mehr Menschen in Untersuchungshaft

Im Jahr 2016 sitzen mit etwa 8300 Häftlingen weniger Menschen in bayerischen Gefängnissen ein als zuvor. Allerdings sind mehr Menschen in Untersuchungshaft.
Symbolbild: Daniel Naupold/ dpa

von DPA
Bayreuth - In Bayerns Gefängnissen sitzen weniger Strafgefangene und Sicherungsverwahrte ein. Im März 2016 waren in den 36 Justizvollzugsanstalten im Freistaat insgesamt 8274 Häftlinge untergebracht, wie das Statistische Landesamt am Freitag in Fürth mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 42 Inhaftierte weniger, was einem Rückgang von 0,5 Prozent entspricht. Den bisherigen Höchststand gab es im Jahr 2007 mit 9860 Strafgefangenen.

In Franken sitzen die meisten Insassen im Bezirk Oberfranken: Hier sitzen rund 1700 Gefangene in Haft. In Mittelfranken sind es 1200, in Unterfranken 900.


Geschlecht der Gefangenen
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Allerdings betrifft die aktuelle Pressemitteilung des Landesamts für Statistik nur die sogenannte Strafvollzugsstatistik, teilt das Bundesministerium der Justiz in Bayern mit. Darin werden "sonstigen Haftarten" (Untersuchungshaft, Ordnungs- und Erzwingungshaft, Abschiebungshaft) nicht erfasst.

Die Belegung der bayerischen Justizvollzugsanstalten sei laut Justizministerium in diesem Zeitraum insgesamt nicht zurückgegangen, wenn man Zahlen der übrigen Haftarten mit einbezieht.

Zählt man sie hinzu, ist die Zahl der Gefangenen insgesamt sogar von 11 000 auf 11500 angestiegen. "Grund hierfür ist im Wesentlichen, dass der Rückgang im Bereich der Strafhaft durch einen Anstieg im Bereich der Untersuchungshaft überkompensiert wurde. Dieser Anstieg kann auf die erhebliche Anzahl der im Rahmen der Flüchtlingskrise inhaftierten Schleuser zurückgeführt werden", so ein Sprecher des Justizministeriums.