Freitag, 30. September 2016 11:08

WG-NoGos: Was du deinen Mitbewohnern nicht antun solltest

Noch unerfahren im WG-Leben? Hier ein paar Dinge, die du unbedingt vermeiden solltest, wenn du den Hausfrieden nicht gefährden willst.
Foto: Mirko Raatz/ Fotalia

von MARKUS KLEIN
Bayreuth - Putzplan in Eigeninitiative erstellen

Ja, Engagement ist wichtig, auch im WG-Leben. Aber nicht übertreiben! Wer ohne gefragt worden zu sein eingeteilt wird, reagiert meist mit Trotz und Widerstand. Also besser gemütlich zusammen setzen und gemeinsam die Sauberkeitsrichtlinien festlegen.

Bei der Vorstellung die Eltern mitbringen

Wenn du dich gleich als unselbständig und unerfahren outen willst, bring deine Eltern mit zur Vorstellung in der WG. Im Ernst: Sich in einer Wohnung mit mehreren Individuen auf ein angenehmes Zusammenleben zu einigen, wird Herausforderung genug. Da brauchen sich deine Eltern nicht auch noch einzumischen. Also sei lieber du selbst und komm alleine zum WG-Casting!

Zettel kleben statt ansprechen

Ein absolutes No-Go ist es, Zettel an Zimmertüren von Mitbewohnern zu kleben, wenn dir etwas nicht passt. Stell dir vor, du quälst dich aus dem Bett zur morgendlichen Vorlesung, und das erste was du siehst, ist ein Zettel auf dem steht: "Räum endlich mal wieder deine Sachen aus der Küche!" Eine Einigung findet man im Gespräch, nicht im Post-It-Krieg.

Erlaubt sind natürlich Hinweis-Zettel wie "Es sind noch Nudeln mit Soße im Topf, die dürft ihr gerne aufessen", "Schöner Abend gestern! Bis später", "Ich koche heute Abend, bringt bitte Wein mit" oder andere Nettigkeiten.

Lautsprecher-Contest veranstalten

Ein weitverbreiteter, aber auf Dauer unangenehmer Sport in Wohngemeinschaften ist der Lautsprecher-Contest: Einer hört in Zimmerlautstärke Reggae, der Zimmernachbar übertönt mit Rock, also legst du Techno auf und ihr schaukelt euch gegenseitig hoch, bis sich zeigt, wer die lauteren Boxen hat. Musikgenuss sieht anders aus! Ihr könnt euch also entweder auf Zimmerlautstärke einigen, wenn ihr gleichzeitig hört; oder ihr einigt euch auf ein Zimmer und zeigt euch gegenseitig eure liebsten Tracks. Es gibt kaum Orte, wo mehr kultureller Austausch stattfinden kann als in WGs.

Bei der WG-Party die Nachbarn nicht vorwarnen

WG-Partys machen Spaß und schweißen zusammen (vorausgesetzt, man räumt hinterher gemeinsam auf). Viel Ärger lässt sich vermeiden, wenn man ein paar Tage vorher die Nachbarn informiert und eine Nummer da lässt, die sie anrufen können, falls es ihnen zu bunt wird. So lernt ihr die Nachbarn auch ein bisschen kennen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sie erst Mal euch anstatt die Polizei anrufen, steigt extrem. Die beste Lösung: Die Nachbarn einladen, mitzufeiern.

Essen stehen lassen

Du machst am Donnerstagabend Nudeln und fährst Freitag frühmorgens in die Heimat. Den Topf mit den Nudelresten vergisst du in der Hektik, dich zwischen Mitfahrgelegenheit, Fernbus und Zug zu entscheiden. Nicht gut! Es gibt wenig, was mehr stinkt, als Nudeln im geschlossenen Topf nach ein paar Tagen (außerdem in den Top 3: Eier und Fisch). Beim Öffnen des Topfes und der schwammigen Soße mit weißem, wolkenförmigen Schimmelpilz verliert dein Mitbewohner vielleicht Jahre seines Lebens und du seine/ ihre Sympathie. Den WG-Frieden fördert ungemein die simple Regel: Räum auf, bevor du dich verziehst. Alternative: Du weißt deine Mitbewohner auf das Essen hin und überlässt es ihnen (-> Zettel kleben statt ansprechen). Frisch gesättigt spülen sie bestimmt auch den Topf für dich.

Nachts die Meinung eines Mitbewohners einholen

Du und deine Mitbewohner werden höchstwahrscheinlich häufig unterschiedliche Tagesabläufe haben: Während du feierst, muss der Mitbewohner früh raus und zur Arbeit oder zur Vorlesung. Einer ist mit den Prüfungen durch, der andere muss noch eine Arbeit zu Ende schreiben. Das gilt es zu berücksichtigen; auch wenn du gerade (suffbedingt oder nicht) denkst, dass du unbedingt JETZT etwas mit dem Mitbewohner besprechen musst: Lass ihn/sie schlafen, merke dir, was du sagen wolltest und mach es wann anders. Ein Zettel ist auch möglich, aber nur wenn du etwas Nettes sagen willst! (-> Zettel kleben statt ansprechen)

Morgens Radau machen

Ähnlich ist es auch umgekehrt: Wenn du als erster wach bist und deine Mitbewohner gestern spät nach Hause kommen, fang nicht um sieben Uhr morgens an, zu saugen oder den Abwasch zu machen. Klirrende Teller verursachen im verkaterten Hirn furchtbare Schmerzen.

In der Nacht zum Sonntag die Vorräte der Mitbewohner aufessen

Samstagnachts nach dem Ausgehen Hunger? Normal. Aber bitte vergreif dich nicht an den letzten Vorräten deiner Mitbewohner! Denn die wachen in der Regel mit Hunger auf - und freuen sich auf das Käsebrot, den Fisch oder die Tüte Chips für ebenjene Momente. Hol dir lieber auf dem Nachhauseweg noch was, in der Regel ist in Bayreuth je nach Tageszeit mindestens ein Dönerladen oder eine Bäckerei geöffnet. Oder du sorgst selbst vor.

Nebenbei: Es lohnt sich auch, mit den Mitbewohnern möglichst bald auszuloten, wer welche Vorstellung von Gemeingut und Teilen hat!

Pizza im Ofen vergessen

Richtig gefährlich wird es, wenn du nachts noch eine Pizza in den Ofen schiebst, die Müdigkeit aber den Hunger besiegt und du dich schlafen legst. Die Pizza verkohlt und anschließend ist von giftigen Dämpfen bis zum Hausbrand alles drin. Sorge stattdessen für die hungrigen Nächte vor oder nimm dir was mit auf dem Heimweg.

Waschmaschine blockieren

In WGs gibt es ab und an Kandidaten, die ihre nasse Wäsche so lange in der Maschine lassen, bis sie stinkt, und sie dann einfach nochmal waschen. Das wiederholen sie beliebig oft. Mach das nicht. Die anderen müssen auch mal waschen. Doch wenn es dich beim Mitbewohner stört: -> Ansprechen statt Zettel kleben!