Mittwoch, 23. November 2016 16:09

Festspielhaus Bayreuth: Sanierung dauert länger und wird wohl teurer

Probleme bei der Sanierung des Bayreuther Opernhauses: Der Zeitrahmen wird nicht eingehalten. Ob die kalkulierten 30 Millionen Euro reichen, ist unklar.
Die Sanierung des Bayreuther Festpielhauses wird länger dauern und eventuell teurer werden. Foto: Timm Schammberger/dpa

von DPA
Bayreuth - Die Sanierung des Bayreuther Festspielhauses soll Jahre länger dauern als geplant - und könnte auch teurer werden. Ursprünglich rechneten die Wagner-Festspiele nach dem Start der Sanierung im vergangenen Jahr mit einer Dauer der Arbeiten bis zu acht Jahren - also bis 2023. Nun aber sollen sie erst bis 2026 abgeschlossen sein, wie der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Georg Freiherr von Waldenfels, laut Mitteilung der Festspiele vom Mittwoch ankündigte.


Zweite Sanierungsphase erst im Herbst 2017

Schon die zweite Sanierungsphase des Festspielhauses soll nun statt in diesem August erst im kommenden Herbst beginnen - und damit ein gutes Jahr später als geplant. Sie soll rund sieben Millionen Euro kosten und bis Mai 2018 abgeschlossen sein. "Leider konnte bisher kein Baubeginn erfolgen, da die Maßnahme und die entsprechenden Mittel nicht freigegeben worden waren", heißt es in der Mitteilung. Die Gesellschafter taten das nun erst in einer Versammlung am Mittwoch.

Allerdings scheint die gesamte Sanierung komplizierter zu werden als zunächst gedacht. Die festgestellten baulichen Mängel seien so gravierend, dass eine grundlegende Sanierung erforderlich sei, die alle Gewerke betreffe, schreiben die Festspiele. Bisher hatten die Geldgeber, vor allem Bund und Freistaat, 30 Millionen Euro für die Sanierung zugesagt. Ob es bei dieser Summe bleibt, ist offen. Die Mitteilung nach der Versammlung lässt daran zweifeln.


Belastbare Kostenschätzung steht noch aus

Eine belastbare Kostenschätzung für die gesamte Sanierung könne es erst bis April nächsten Jahres geben, heißt es darin. "Dann könnten die notwendigen weiteren politischen Entscheidungsprozesse angestoßen werden." Man müsse aber davon ausgehen, dass das Konzept aus der Finanzierungsvereinbarung vom 11. September 2013 nicht aufrecht erhalten werden könne. Von der Stadt Bayreuth, die zu den Gesellschaftern gehört, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Baubeginn für die zweite Sanierungsphase, die die Nord-Fassade und den Bühnenturm umfasst, soll nun am 1. September sein. Jetzt noch damit zu beginnen sei wirtschaftlich nicht sinnvoll, steht in der Mitteilung. "Im Winter wäre Baupause gewesen, und bis im Frühjahr die Gerüste aufgestellt wären, müssten sie wegen der beginnenden Vorbereitungen zu den Festspielen bald wieder abgebaut werden." Als erster Abschnitt war bereits die Hauptfassade des Festspielhauses für knapp 2,5 Millionen Euro erneuert worden.