Freitag, 10. Februar 2017 12:07

Dekanate Bayreuth und Bad Berneck schließen sich zusammen

Am Sonntag schließen sich die Dekanate Bayreuth und Bad Berneck in einem Gottesdienst offiziell zusammen. Grund sei der Strukturwandel in Oberfranken.
Die Stadkirche in Bayreuth. Foto: St.M.

Bayreuth - Vor dem Hintergrund des Strukturwandels in Oberfranken bündelt die evangelisch-lutherische Kirche ihre Kräfte, teilt der Evangelische Pressedienst (epd) mit. Die Nachbardekanate Bayreuth und Bad Berneck haben sich zu einem Dekanatsbezirk vereinigt, in dem sich künftig zwei Dekane als Kollegium die Leitungsaufgaben teilen.

Nachdem diese "Gebietsreform" bereits am 1. Februar juristisch besiegelt wurde, wird der Zusammenschluss am Sonntag (12. Februar) mit einem öffentlichen Gründungsgottesdienst in Neudrossenfeld gefeiert. Der neue Dekanatsbezirk Bayreuth-Bad Berneck ist mit rund 73 000 Evangelischen in 40 Kirchengemeinden jetzt der größte im Kirchenkreis Bayreuth. Zuletzt hatten sich im Jahr 2010 die oberfränkischen Nachbardekanate Kronach und Ludwigsstadt nach einem rund drei Jahre dauernden Prozess zusammengeschlossen.

Nach den Worten der Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner handelt es sich bei der Vereinigung der beiden Dekanate um ein neues Modell im Bereich der bayerischen Landeskirche. Für beide Regionen sei "eine echte Win-Win-Lösung" erzielt worden, sagte Greiner am Freitag. Denn der kleine Dekanatsbezirk Bad Berneck mit rund 12 800 Evangelischen sei nicht vom etwa viermal größeren Nachbarn Bayreuth einfach "geschluckt" worden: "Zum einen wird der Dekanssitz in Bad Berneck gefestigt; die Region Nord hat eine lebensfähige Größe erhalten. Zum anderen werden die Leitungsaufgaben des Dekans der Region Süd mit Sitz Bayreuth auf ein menschliches Maß reduziert, sodass die bisherige strukturelle Überforderung abgebaut wird." Über den genauen Zuschnitt der Regionen entscheidet die neue gemeinsame Dekanatssynode.

Der im Herbst vorigen Jahres begonnene Prozess der Vereinigung sei zügig und konsenshaft verlaufen und habe bereits "in anderen Gegenden und Gremien der Landeskirche große Aufmerksamkeit und Würdigung erfahren", lobte die Regionalbischöfin. Für beide Dekane gebe es neben ihren regionalen Aufgaben als Dienstvorgesetzte für die Pfarrerinnen und Pfarrer klare Zuständigkeiten für bestimmte Arbeitsbereiche wie Diakonie, Verwaltung oder Kirchenmusik. Eine ähnliche Tandemlösung habe sich im Dekanatsbezirk Coburg bereits bewährt, merkte Greiner an.

Die weiteren Schritte, die von der Gemeindeakademie Rummelsberg begleitet werden, fallen mit einem personellen Umbruch zusammen. Nach fast 18 Jahren beendet Hans Peetz seinen Dienst als Bayreuther Dekan und übernimmt am 1. März die neue Projektstelle zur Erschließung der Markgrafenkirchen in Oberfranken. Die Stelle des Dekans für die Region Süd wird nach Mitteilung von Regionalbischöfin Greiner im März im landeskirchlichen Amtsblatt ausgeschrieben. Mit der Wahl eines Nachfolgers sei im Juni zu rechnen.