Dienstag, 10. Januar 2017 16:52

Aktionsplan für Bayreuth nach BAT-Jobabbau

Nach dem massiven Stellenabbau des Tabakkonzerns BAT in Bayreuth will die Staatsregierung nun mit einem Aktionsplan helfen.

von DPA
Bayreuth - Der bayerische Ministerrat hat über einen Aktionsplan beraten, um die Folgen des Stellenabbaus bei British American Tobacco (BAT) in Bayreuth aufzufangen. "Wir wollen neue Betriebe ansiedeln und neue Arbeitsplätze schaffen", sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Dienstag (10. Januar), nachdem sie im Ministerrat über den Plan berichtet hatte. Das Gremium habe generelle Zustimmung signalisiert, erklärte ein Sprecher des Ministeriums.

Der Aktionsplan soll auf Kompetenzen aufbauen, die in der Region bereits vorhanden sind. Es soll etwa ein Textilforschungsinstitut errichtet werden. Ziel sei es, Forschung in enger Anlehnung an die Bedürfnisse der Industrie zu betreiben und damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für die bayerische Textilindustrie zu schaffen, sagte Aginer. Auch ein Institut für Entrepreneurship gehört zu den geplanten Maßnahmen. Eine konkrete Fördersumme nannte das Ministerium vorerst aber nicht. Der Plan muss noch im Nachtragshaushalt angemeldet werden.

BAT hatte Mitte Juli mitgeteilt, 950 von 1400 Stellen in Bayreuth zu streichen. Für den Jobabbau bei Siemens in den Regionen Passau, Nürnberg/Erlangen und Bad Neustadt plant das Land einen ähnlichen Aktionsplan. Der Elektrokonzern hatte kürzlich die Streichung oder Verlagerung von weltweit 2500 Jobs in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe angekündigt, davon rund 2000 in Deutschland.

Neben dem Aktionsplan für die Region Bayreuth gibt es ein Strukturprogramm, das die Stadt mit der Universität und den Wirtschaftskammern erarbeitete, um die Folgen des Stellenabbaus zu meistern.

BAT hatte seine Standorte in Westeuropa überprüfen lassen und dann den Stellenabbau angekündigt. Der Standort in Oberfranken gehört weltweit zu den größten von BAT. Das Unternehmen war der Stadt zufolge einer der größten privaten Arbeitgeber Bayreuths und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für ganz Oberfranken.