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C wie Zukunft

04.08.2011   Von: Sarah Bernhard  

Frankenblog C wie Zukunft - das ist der Wahlslogan der Mecklenburg-Vorpommer'schen CDU. D wie toll würde ich da sagen. Oder doch lieber: B wie peinlich? "Wir wollten in die Medien" - das ist die Ausrede. Hauptsache a wie auffallen also. Aber das immerhin haben sie mit G. aus V wie Franken oder Verena und Thomas aus P wie Bamberg gemeinsam.


Ist Ihnen das schon mal aufgefallen? Überall teilen Menschen Menschen mit, dass Sie sich lieben. An einer Bahnhofswand zwischen Bamberg und Lichtenfels zum Beispiel liebt G. seine Claudia. Aber warum schmiert G. mit hässlichem schwarzem Spray Liebesschwüre an ein öffentliches Gebäude? Romantisch ist das nicht!

Wenigstens ein bisschen romantisch ist das Schloss-Phänomen an der Bamberger Kettenbrücke: Verliebte, etwa Verena und Thomas , hängen ein Schloss an die Brücke, auf dem ihre Namen stehen und werfen den Schlüssel dann ins Wasser. Die Frage soll heute nicht sein, warum sie sich ausgerechnet die marodeste Brücke der Stadt ausgesucht haben, um sich ewige Liebe zu wünschen. Die Frage ist auch hier: Was soll das?

Es scheint darum zu gehen, Privates möglichst öffentlichkeitswirksam zu inszenieren. "Terror der Intimität" nennt der Soziologe Richard Sennett das. Vermutlich hat sich G. gedacht: Hm, g wie getwittert habe ich's, in F wie Facebook steht's auch schon. ABER DAS REICHT NICHT! Ich muss unbedingt das G wie Gesetz brechen, um ihr meine Liebe zu beweisen! Und - ganz wichtig: Alle müssen sehen, dass ich das Gesetz gebrochen habe, um ihr meine Liebe zu beweisen! Hauptsache auffallen.

Nur einen Unterschied gibt es zwischen C wie Zukunft und Z wie Claudia, ich liebe dich: C wirkt, Z nicht. 321 000 Klicks an einem Tag auf die Homepage der CDU - nur um herauszufinden, dass der Spitzenkandidat Lorenz Caffier heißt. Vielleicht auch Zaffier, so genau weiß man das jetzt ja nicht mehr. Sucht dagegen jemand nach G. und seiner Claudia? Nein! G. hätte wenigstens eine I wie Internet-Adresse angeben sollen.

Wer seiner Angebeteten öffentlichkeitswirksam seine Liebe schwören möchte, sollte es aber noch geschickter anstellen. Zwei Vorschläge: V wie Für immer (geht bei Veronika, Vincent oder Viktor). Oder G wie Küss mich (möglich bei Gerd, Gisela oder Gundula). Auf jeden Fall muss es aber indirekt sein!

Dieses Prinzip hat sich übrigens auch Horst Seehofer von seinen Parteifreunden in Mecklenburg-Vorpommern abgeguckt. Nur verstanden hat er es noch nicht ganz: E wie Email-Terror heißt es bei ihm. Dabei hätte Engergiewende doch mit "I" anfangen müssen!

P. S.: Sehr amüsant: die Seite www.c-wie.de. Meine Lieblingsinterpretationen: C wie Kompetenzlücke. C wie O, nur rechts offen. C wie Kacke, wir haben uns verschrieben. C wie Zack Norris. C wie Laufceitverlängerung. Oder C wie Kerle, des duat au dir guat. Wenn Sie das jetzt nicht verstehen: Seien Sie froh! Es ist die schlechteste Radio-Werbung, die Schwaben je hervorgebracht hat. Da hilft auch C wie Seitenbacher-Müsli nichts mehr!


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Kommentare


#12  Lilli5 - 07.09.2011 19:37   

Die Farbe....
...ist keinesfalls politisch zu verstehen!

#7  Lilli5 - 28.08.2011 06:57   

Hallo Frau Bernhard
mir gefällt Ihr Artikel!

#8  HansWurschd - 01.09.2011 08:22   

Hihi
War ja klar, Frau Schwarzer zwinkern

#9  Lilli5 - 06.09.2011 20:39   

Was Sie....
darüber denken ist mir wurschd!!!!

#10  HansWurschd - 07.09.2011 11:47   

Ganz ruhig...
Ruhig bleiben Alice :D

#11  Lilli5 - 07.09.2011 19:36   

Brrrrrrr.....
....Brauner! grins

#5  Skeptiker - 24.08.2011 17:57   

wir fordern Abstimmung
so ähnlich wie die monatelange Abstimmung "Eintrittspreis Bambados zu teuer"
Abschaffung dieser Kolumne: sofort/auf der Stelle/jetzt/heute noch

#4  unbekannt - 24.08.2011 17:21   

Total daneben
Wieder mal der lächerliche Versuch aus dem Heer der Volontäre und Jungredakteure journalistische Qualität zu erzeugen.

Ich würde mir mal eine Glosse von gestandenen Redakteuren wie Klaus Angerstein oder Jutta Behr-Groh wünschen.

#6  derBamberger - 25.08.2011 23:10   

Angerstein
da bin ich dabei. Klaus Angerstein, dass ist einer, der sein Handwerk versteht. Da gibt es auch noch andere. Leider ist Handwerk und sprachlicher Ausdruck wohl nicht mehr auf der Agenda. Dagegen wird jeder lächerliche Trend aufgenommen und dann auch noch durch Dilletantismus persifliert. Gute Nacht Journalismus! Anderweitig wird wiedergegeben, was Interessengruppen auf den Redaktionstisch legen. Gäbe es nicht den Anzeigenteil, auf den so mancher noch angewiesen ist, könnte man auf dieses Medium gewiss verzichten.
Guten Abend

#3  Volltreffer - 13.08.2011 11:35   

Sehr komisch.
Haha. Selten so gelacht.

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