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Kooperation

Regionale Eigenarten bleiben

Das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept der Gemeinden Altendorf, Buttenheim, Hallerndorf und Eggolsheimsorgt für Aufbruchsstimmung.
Auf reges Interesse stieß bei den Besuchern die Vorstellung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts. Foto: Andrea Spörlein
 
Das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) der Gemeinden Altendorf, Buttenheim, Eggolsheim und Hallerndorf liegt nun vor. Nach einem Jahr intensiver Arbeit mit vielen Versammlungen, Expertengruppen und Strategiesitzungen konnte ein Zukunftskonzept für die Region Regnitz-Aisch im Altendorfer Bürgerhaus vorgestellt werden.

Sowohl die stellvertretende Forchheimer Landrätin Rosi Kraus (CSU), als auch der Bamberger Landrat Johann Kalb (CSU) würdigten die interkommunale Zusammenarbeit der vier Gemeinden zur Weiterentwicklung des ländlichen Raums. Die Integrierte Ländliche Entwicklung ist kein neues Förderprogramm, vielmehr fördert das Programm die interkommunale Zusammenarbeit von Kommunen in bereits aufgelegten Programmen mit einem höheren Fördersatz.

Das Entwicklungskonzept wurde von drei Planungsbüros und mit Unterstützung durch das Amt für Ländliche Entwicklung erstellt. Auf 127 eng beschriebenen Seiten wird hier der Ist-Zustand der vier Kommunen dargestellt und Strategien und Ziele definiert, damit die Menschen in den Allianzkommunen auch in der Zukunft hier wohnen und arbeiten können. Es soll der ländliche Raum als Wohn-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum zukunftssicher weiterentwickelt werden. Dabei bleiben aber immer regionaltypische Eigenarten wichtig und es gilt die regionalen Akteure zu aktivieren und bei Bedarf regionale Netzwerke zu knüpfen.

Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist für alle beteiligten Gemeinden sicherlich der Bereich "Flächenmanagement" gewesen. Mit dem Vitalitäts-Check 2.0 liegen nun gesicherte Daten zu klassischen Baulücken, zu geringfügig bebauten Grundstücken und zu leerstehenden Wirtschaftsgebäuden am Orstrand vor. Dokumentiert wurden auch leerstehende Hofstellen oder solche mit Restnutzung, leerstehende Wohngebäude oder solche mit Leerstandsrisiko, Gewerbebrachen mit Restnutzung sowie Hofstellen ohne Nachfolger.

Unter den vier Strategiezielen "Zielstrebiges Kooperieren", "Gut Leben", "Attraktives Wohnen" und "Erfolgreich Wirtschaften in der Allianz" waren Handlungsfelder erarbeitet worden, die es nun gilt zu konkretisieren beziehungsweise mögliche Projekte daraus zu realisieren.


Gemeinsames Öko-Konto

In vier Interviewrunden mit den beteiligten Bürgermeistern wurden mögliche ILE-Projekte vorgestellt. Altendorfs Gemeindeoberhaupt Karl-Heinz Wagner (CSU) könnte sich ein gemeinsames Öko-Konto der beteiligten Kommunen vorstellen. Daneben ist für ihn ganz wichtig der interkommunale Hochwasserschutz mit der Entwicklung von Gewässerentwicklungskonzepten mit naturnahen Rückhalte- und Abflussmöglichkeiten. Im Bereich des Deichselbachs ist man zusammen mit Buttenheim bereits auf einem guten Weg.

Für Buttenheims Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU) sollte das Thema Innenentwicklung ein entscheidender Arbeitsschwerpunkt für die Allianz werden. In Buttenheim wird schon seit über 20 Jahren im Rahmen der Städtebauförderung Bauwilligen im ausgewiesenen Sanierungsgebiet eine kostenlose Bauberatung angeboten. "Leider nicht immer mit Erfolg", wie Karmann zugeben musste. Wichtig wäre für ihn auch die Lenkung von Besuchern in die Region und die gemeinsame Vermarktung der touristischen Highlights unter dem Dach der Tourismusregion Fränkische Schweiz.


Synergieeffekte

Der Eggolsheimer Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB/OEB/AS) könnte sich die Zusammenlegung der bestehenden Abwasserzweckverbände vorstellen. Möglichkeiten gäbe es für ihn darüber hinaus in der Zusammenarbeit bei den Kläranlagen und bei der Klärschlammentsorgung. Insbesondere in diesem Bereich ist das kaum mehr für eine einzelne Kommune allein zu schultern.

Hallerndorfs Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG Schnaid-Stieberlimbach) sieht großes Synergieeffekte bei der Entwicklung von barrierefreien und seniorengerechten Wohnangeboten und bei interkommunalen Förderprogrammen.


Suche nach Allianzmanager

Es herrschte Konsens, dass die vielen möglichen Aufgaben und Projekte nur von einem Allianzmanager zu bewältigen sind. Diese Stelle wird bis zu 75 Prozent vom Amt ländliche Entwicklung für sieben Jahre gefördert. Ein entsprechendes Stellenangebot soll zeitnah ausgearbeitet werden. Da alle Gemeinderäte das Entwicklungskonzepte und den Allianzmanager mittlerweile gebilligt haben, kann es nun an die Realisierungsphase des Entwicklungskonzepts gehen.

Wolfgang Kießling vom Amt für ländliche Entwicklung dankte in diesem Zusammenhang noch einmal ganz besonders den beteiligten Bürgerinnen und Bürgern, "die sich eingebracht und mitgearbeitet haben". Er konnte mitteilen, dass erste Umsetzungsprojekte bereits auf den Weg gebracht sind.

So konnte schon der Förderbescheid für den Radweg Buttenheim-Unterstürmig erlassen werden. Hier beträgt der ILE-Bonus rund 70 000 Euro. Für ein Kernwegenetzkonzept liegen die Angebote bereits vor und die Auftragsvergabe erfolgt demnächst.

Die Besucher der Auftaktveranstaltung konnten sich darüber hinaus die Ausstellung "Bewahren - gestalten - lebendig erhalten" über prämierte Sanierungsbeispiele im Amtsbereich des Amts für ländliche Entwicklung bestaunen. Sehenswert auch die Ausstellung "Bauen mitten im Dorf - Beiträge zur Stärkung der Innenentwicklung", die von Nadja Kulpa-Goppert, Bereichsleiterin im Fachbereich Regionalentwicklung im Landratsamt Bamberg, vorgestellt wurde.
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