zurück zur Startseite

Diskussion

Analyse in Himmelkron: Wie tickt Trump?

Ein ausgesprochener Kenner der US-Politik analysierte den neuen US-Präsidenten: Norman H. Blevins kennt die Verhältnisse in Amerika ganz genau.
US-Präsident Donald Trump Foto: Evan Vucci/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
 
"Make America great again!" Das Zitat des neuen US-Präsidenten Donald Trump dürfte jeder kennen. Unter diesem Motto stand auch ein Themenabend des JU-Kreisverbands. Trumps Politik nahm dabei ein ausgewiesener US-Experte unter die Lupe: Norman H. Blevins - der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der JU Bayern mit Schwerpunkt USA und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro für Verbindungsstellen der Hanns-Seidel-Stiftung.

In der Frankenfarm warf der Deutsch-Amerikaner einen differenzierten Blick auf die Ära des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Norman H. Blevins ließ keinen Zweifel daran, dass Donald Trump ein Phänomen unserer Zeit sei, "aber das Schwierige an ihm ist, ihn politisch richtig einschätzen zu können".


Experte rechnet mit Wiederwahl

Blevins versuchte darzustellen, warum Trump gewählt wurde. Er prophezeite gleich zu Beginn seiner Ausführungen: "Ich persönlich glaube, dass wir acht Jahre Donald Trump erleben werden." Der Referent sprach von einem vergifteten Wahlkampf mit einem Ausgang, den eine US-Zeitung so kommentiert habe: "Sie haben mit Donald Trump einen Mensch gewordenen Molotow-Cocktail ins Weiße Haus geschmissen."

Blevins sprach von einem gespaltenen Amerika. Viele Amerikaner versuchten, Trump mit Ronald Reagan zu vergleichen, weil dieser ein kommunikationsstarker Mensch war. Dem widersprach Norman H. Blevins aber energisch: "Erstens war Ronald Reagan ein sympathischer Mensch, und zweitens hatte er vorher acht Jahre als Gouverneur im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Kalifornien gute Arbeit geleistet."

Donald Trump hat nach den Worten von Blevins rund eine Milliarde Dollar für seine Auftritte in den Medien ausgegeben, in denen er bewusst auch polarisiert habe.

Bürgermeister Gerhard Schneider stellte in diesem Zusammenhang fest, dass die Stimmung vor der Wahl in Deutschland völlig verzerrt dargestellt wurde: "Vor der Wahl ist ja Trump als Außenseiter gehandelt worden, und es war klar, dass es die Clinton wird. Auch bei den ersten Live-Schaltungen nach Europa in der Wahlnacht das gleiche Ergebnis. Bis dann auf einmal das Entsetzen kam. Unsere Medien haben es nicht geschafft, einen vernünftigen Blick von außen auf die Präsidentenwahl zu werfen."

In der Außenpolitik geht es dem neuen Präsidenten laut Blevins darum, das Engagement Amerikas zurückzufahren. "Donald Trump hat in seiner Rede mit ,America first' den klaren Anspruch formuliert, dass die von ihm geleitete US-Regierung die Grundlagen für eine neue Außenpolitik schaffen wird, welche die von ihm identifizierten Fehlentwicklungen der Vergangenheit korrigiert und Amerikas Interessen wieder in den Vordergrund rückt."
In der Diskussion wurde es als ein Armutszeugnis bezeichnet, wenn vom Weißen Haus "alternative Fakten" präsentiert werden.

Mit Blick auf die bevorstehenden Bundestagswahlen wurde aber auch die Gefahr gesehen, dass das populistische Klima aus Amerika nach Europa überschwappt.
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.