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Landwirtschaft 

Alle Bauern beleidigt

Der neue stellvertretende BBV-Kreisobmann Harald Peetz kritisiert einen Spiegel-Artikel und die Bundesumweltministerin.
Mit diesen Bauernregeln wollte das Umweltministerium offenbar für eine naturverträgliche Landwirtschaft werben. Stellvertretender BBV-Kreisobmann Harald Peetz zeigt dafür kein Verständnis und fordert eine Entschuldigung der Ministerin. Foto: Werner Reißaus
 
Harsche Kritik ließ der neue stellvertretende BBV-Kreisobmann Harald Peetz beim Monatsstammtisch der Landwirte aus der Gemeinde Himmelkron vom Stapel.
Zielscheibe waren Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und ein Bericht im Spiegel mit der Überschrift "Heutige Landwirtschaft ist falsch, krank und hochgradig pervertiert".
Die Spiegel-Redakteure nannte Peetz "selbst ernannte Agrarexperten", die auf dem Rücken der Landwirte eine Auflagensteigerung anstrebten. "Beratend zur Seite standen dem Magazin vor allem Martin Hofstetter von Greenpeace sowie Thomas Schröder vom Deutschen Tierbund." In dem Bericht werde die Arbeit von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt negativ bewertet. Es werde festgestellt, dass seine Pläne zur Stärkung bäuerlicher Betriebe und mehr Tierwohl nicht glaubwürdig seien.
Kein Verständnis zeigte der stellvertretende BBV-Kreisobmann zu der Aussage, wonach sich die Landwirte so aufführten, als würde ihnen der Acker gehören. Die Autorin Michaela Schießl komme angesichts der "verheerenden Folgen, die die industrielle Landwirtschaft nach sich zieht", zu dem Schluss, dass das gesamte System "falsch, krank und hochgradig pervertiert" sei.


Blick für Realität verloren

Peetz sprach Klartext: "Der Erhalt von Grund und Boden ist für uns Bauern die Grundlage für die nächste Generation. Ohne zu zögern prügelt der Spiegel auf uns Bauern ein. In der durchökonomisierten Medienwelt scheint das noch immer ein Kassenschlager zu sein."
Damit aber noch nicht genug, würden die von Umweltministerin Barbara Hendricks verbreiteten Bauernregeln dem Fass den Boden ausschlagen. "Der mit Steuergeldern finanzierte Schwachsinn trägt zur Beleidigung unseres Bauernstandes bei. Es ist nicht das erste Mal, dass diese Ministerin uns Bauern zu Unrecht an den Pranger stellt und in den Dreck zieht." Die Ministerin habe den Blick für die Realität verloren. Was Peetz zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Das Ministerium hat die Pläne für eine mögliche Werbekampagne bereits wieder gestoppt. Die Bauernregel sind offiziell nie veröffentlicht worden.
Der stellvertretende BBV-Kreisobmann bat die Politiker, die für die bäuerliche Landwirtschaft stehen, Hendricks in die Schranken zu weisen. Peetz forderte die verantwortliche Ministerin auf, sich öffentlich bei den gescholtenen Bauern zu entschuldigen.
Harald Peetz sprach auch noch "Mariä Lichtmess" an, an dem die Tannenbäume aus den Kirchen geräumt und die Krippenfiguren verpackt werden. Es sei früher aber auch der Tag gewesen, der für die Bediensteten in der Landwirtschaft als sogenannter Schlenkeltag galt.


Die "gute alte Zeit"

In der "guten alten Zeit" sei es üblich gewesen, dass die Knechte und Mägde die Stellung gewechselt oder ihren Vertrag um ein Jahr verlängert haben. Harald Peetz dazu: "Ich bin mir sicher, dass zu dieser Zeit Mitarbeiter wie Frau Hendricks mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt worden wären - und das nicht zu Unrecht." Rei.
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