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Pilgern in Franken

Eines der ältesten Pilgerziele Deutschlands: Marienweiher im fränkischen Landkreis Kulmbach

Marienweiher im Frankenwald ist einer der ältesten Wallfahrtsorte in Deutschland und wird jährlich von Tausenden besucht.
Die Basilika in Marienweiher ist eines der religiösen Zentren in Franken. Foto: Archiv/Claudia Meisel.
 
"Maria von Weiher, hellglänzende Sonn/Du bist ja die Nächste beim göttlichen Thron..." So beginnt ein altes Wallfahrtslied von Marienweiher, der bedeutendsten Marienwallfahrtsstätte des Erzbistums Bamberg. Marienweiher - früher hieß der Ort Vordersee - liegt im östlichen Frankenwald und gehört politisch zum nahen Markt Marktleugast (Landkreis Kulmbach in Franken).


Der fränkische Pilgerort entstand laut der Legende nach einem Raubüberfall


Der Ursprung der Wallfahrt liegt zwar im Dunkeln. Doch eine frühe Legende besagt, dass Anfang des 12. Jahrhunderts ein sächsischer Fuhrmann im Straßenwirtshaus am Vordersee eingekehrt war. In der Nacht sei das Wirtshaus von Räubern überfallen worden. In Lebensgefahr habe der Fuhrmann die Gottesmutter um Hilfe angefleht. Daraufhin sei er gerettet worden. Seinem Gelübde gemäß habe er ein Marienbild in einer hölzernen Kapelle aufgestellt. Bald sei diese Kapelle immer mehr von Pilgern besucht worden. Hierin sieht die Legende den Beginn der Wallfahrt von Marienweiher, mithin eines der ältesten Pilgerziele in Deutschland. Zumal eine Originalurkunde von 1189 erhalten ist, in der Bischof Otto II. (1177-1196) das Zisterzienserkloster Langheim mit der Eigenkirche in Marienweiher beschenkt.


Vom Kulmbacher Pilgerort zur Basilika


Seit 1646 bis heute betreuen Franziskaner die jährlich Tausenden Pilger. Das Einzugsgebiet reicht im Westen bis Großeibstadt (Rhön) und Reichmannsdorf, im Osten bis Konnersreuth, im Norden bis Haßlach und im Süden bis Weingarts. In höchster Blüte stand die Wallfahrt zur Barockzeit. Um die Pilger alle unterzubringen, ließ Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen (1609-1622) eine neue Pfarr- und Wallfahrtskirche errichten. Diese wurde dann großzügig erweitert und schließlich 1743 vom Hofarchitekten Johann Jakob Michael Küchel mit dem weithin sichtbaren Turm versehen. Papst Johannes Paul II. hat die barocke Wallfahrtskirche mit dem Patrozinium "Mariä Heimsuchung" 1993 zur Basilika erhoben. Herzstück der prunkvoll ausgestatteten Kirche ist das Gnadenbild im Hochaltar: eine spätgotische, reich bekleidete Madonna.



Tipps für den Pilger-Ausflug


Öffnungszeiten: Das Pilgerbüro ist Montag und Donnerstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Auskunft: Pfarramt Marienweiher, Telefon 09255 / 9460. Hauptpilgerzeit ist von Mai bis September.
Gaststätten: gibt es in der Umgebung.
Ausflugsziele in der Nähe: Kulmbach mit der Veste Plassenburg (Deutsches Zinnfiguren-Museum) oder Neuenmarkt-Wirsberg (Deutsches Dampflokomotiv-Museum).


Im Rahmen unserer Sommerserie Pilgern in Franken stellen wir sechs Pilgerorte aus dem Bereich des Erzbistums Bamberg vor. Neben Marienweiher sind dabei: Vierzehnheiligen, Gößweinstein, Senftenberg, Schlüsselau und Glosberg.
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