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Tempo 30

Höchstadt: Braucht der Kellerberg ein Tempolimit?

Der Kellerbergverein will den Kellerberg sicherer machen. Doch ist das überhaupt notwendig? Landratsamt und Polizei nehmen klar Stellung zum Tempolimit.
Besteht am Kellerberg ein Sicherheitsrisiko für Schüler und Fußgänger?  Foto: Anna-Lena Deuerling
 
Erneut versucht der Kellerbergverein, mit Unterstützung des Rathauses ein Tempolimit für den Kellerberg durchzusetzen. Mit einer Unterschriftenaktion will man dem Anliegen Nachdruck verleihen und das Landratsamt zum Handeln auffordern.

Gute Argumente sehen die Kellerbrüder auf ihrer Seite: Sie wollen die Gefahr für Schüler und Fußgänger durch rücksichtslose Raser verringern und die historischen Bierkeller vor dem weiteren Verfall bewahren. Doch ist die Gefahrenlage am Kellerberg tatsächlich so hoch?


Polizei und Landratsamt einig

"Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 ist aktuell nach Sacheinschätzung von Polizei und uns nicht notwendig", erklärt Hannah Reuter, Pressesprecherin im Landratsamt Erlangen-Höchstadt.

Bereits vor einem Jahr habe man die Verkehrs- und Sicherheitslage am Kellerberg gemeinsam mit der Polizei geprüft. Beide Parteien kamen dabei zu der Auffassung, dass keine akute Gefahrenlage vorliegt. Und genau diese Gefahrenlage, die "das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung erheblich übersteigt", wie es in der Straßenverkehrsordnung heißt, muss für ein Tempo-30-Limit zwingend gegeben sein. Unter anderen Umständen sei es nicht möglich, die Geschwindigkeit auf einer übergeordneten Straße wie der Staats- und Umgehungsstraße am Kellerberg, zu drosseln. "Die Hürden für einen solchen Schritt sind relativ hoch", sagt Pressesprecherin Reuter.

Eine besondere Gefährlichkeit habe man im vergangenen Jahr nicht feststellen können, bestätigt auch Bernd Otte. Auch Bedenken, die Schüler seien beim Überqueren der Straße gefährdet, weist er von sich. "Wir haben dort einen gesicherten Übergang mit Fußgängerampel - die Schulen liegen zudem nicht direkt am Kellerberg", sagt der Sachbearbeiter Verkehr für den Landkreis.

Dieses Argument zählt bei Hans-Joachim Leiss vom Kellerbergverein nicht. Viele Schüler müssen auf dem Weg zum Parkplatz die Straße überqueren - dabei beobachte er heikle Situationen. "Da oben wird tatsächlich oft gerast - Tempo 50 ist für den Kellerberg zu viel", findet Leiss. Noch bis zum 23. August liegen die Listen zum Unterschreiben im Eingangsbereich des Rathauses in Höchstadt aus.


Alternativen zum Tempolimit

Ob die Aktion ein Heilmittel gegen die umständliche Bürokratie ist, weiß er nicht - aber es sei wichtig, dem Landrat ein Signal zu senden. Fest steht für Leiss und seine Kollegen, dass etwas getan werden muss. Eine sinnvolle Option wäre für ihn zum Beispiel auch ein Leuchtschild mit Geschwindigkeitsmesser. Jeder kenne die Schilder mit den lachenden und weinenden Gesichtern - aus seiner Erfahrung hätte das sicherlich einen positiven Effekt. "Das tut keinem weh, das kostet nicht die Welt - und sollte ja ohne große Genehmigungsverfahren zu kriegen sein", sagt er.
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